Die HP gibt es nun seit 2000, die Kinder sind Erwachsen und es gibt neue Interessante Dinge zu entdecken.
Tag 3
Heute sind wir wieder an den Landungsbrücken gestartet und haben uns auf den Weg in Richtung Dietmar-Koel-Straße gemacht. Dort stehen gleich vier skandinavische Seemannskirchen, die man auf den ersten Blick fast gar nicht erwartet.
Die Kirchen – jeweils aus Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark – sind kleine, aber sehr besondere Anlaufstellen für Seeleute und Reisende aus den jeweiligen Ländern. Sie bieten nicht nur einen Ort der Ruhe mitten in der Stadt, sondern auch ein Stück Heimat für alle, die sonst lange auf See unterwegs sind.
Die Straße ist gleichzeitig auch die Hauptachse durch das Portugiesenviertel – ein Viertel, das mit seinen vielen Restaurants, kleinen Läden und dem entspannten Flair einen ganz eigenen Charakter hat.
Mein persönliches Highlight war der Laden von Frank Bürmann, wo ich mich direkt in ein T-Shirt mit Möwenmotiv verliebt habe und es natürlich auch gekauft habe. Es gibt dort aber noch so viele andere tolle Sachen – wirklich kreativ, oft mit maritimen Motiven und einem Augenzwinkern gestaltet. Wenn ihr also mal dort seid, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.
Dann kommt man zum Wahrzeichen von Hamburg – dem Michel, also der St. Michaelis Kirche. Ein Blick hinein lohnt sich auf jeden Fall: Die helle, beeindruckende Innenausstattung wirkt überraschend offen und freundlich, und je nach Lust und Laune kann man auch den Turm besteigen und einen tollen Blick über die Stadt genießen.
Direkt gegenüber soll es außerdem den angeblich besten Labskaus der Stadt geben – perfekt für alle, die das klassische norddeutsche Gericht einmal probieren möchten.
Nächstes Ziel ist dann der Krayenkamp bzw. Kreyenkamp in der Nähe des Michel, wo man bei Hausnummer 10 auf die Krameramtsstuben trifft. Und hier unbedingt einmal in den Hinterhof gehen – das ist wirklich ein kleines Juwel mitten in der Stadt. Die alten Fachwerkhäuser mit ihren schmalen Gassen wirken fast wie aus einer anderen Zeit und sind einfach wunderschön.
Es handelt sich dabei um Hamburgs älteste erhaltene geschlossene Reihenhaussiedlung, ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert. Früher lebten hier die Witwen der Kramer (also Kaufleute), heute sind die Häuser liebevoll erhalten und teilweise kleine Läden oder Museen.
Jetzt laufen wir wieder Richtung Speicherstadt, mit einem Zwischenstopp in der Deichstraße. Hier stehen die letzten zusammenhängenden Bürgerhäuser der Altstadt – mit ihren schmalen Fassaden und den historischen Details bekommt man richtig ein Gefühl dafür, wie Hamburg früher einmal ausgesehen hat.
Wenn man dann durch die kleinen Gassen Richtung Nikolaifleet geht, wird es nochmal besonders spannend: Hier kann man bei Ebbe und Flut den deutlichen Wasserstandsunterschied im Fleet richtig gut sehen. Je nach Tide wirkt das Wasser mal ruhig und hoch, mal deutlich zurückgezogen – ein schönes Beispiel dafür, wie stark Hamburg vom Gezeitenwechsel geprägt ist.
Nun laufen wir noch ein bisschen durch die Speicherstadt, um uns das Wasserschlösschen und das Fleetschlösschen anzuschauen. Beide wirken fast ein bisschen wie aus einer anderen Zeit und passen perfekt in diese besondere Kulisse aus Kanälen und Brücken.
Ich liebe dieses Flair zwischen den Backsteinbauten einfach – die roten Fassaden, die kleinen Wasserläufe und die vielen Brücken haben etwas total Ruhiges und gleichzeitig Beeindruckendes.
Dann fahren wir mit der Bahn nochmal zum begrünten Bunker. Diesmal gibt es zum Glück keine lange Schlange, und wir gehen direkt hoch.
Und es hat sich wirklich gelohnt: Der Bunker ist heute viel mehr als nur ein historisches Gebäude. Innen gibt es Restaurants, Veranstaltungsflächen und sogar ein Hotel – alles modern in die alte Bausubstanz integriert.
Das absolute Highlight ist aber die Aussicht von oben. Die ist wirklich beeindruckend und nochmal ganz anders als der Blick von der Elbphilharmonie.
Tja, und dann kam mein persönliches Highlight des Tages: Da es ein besonderer Anlass war, hatten wir einen Tisch in der Bullerei reserviert – dem Restaurant von Tim Mälzer.
Und ich hatte ehrlich gesagt überhaupt nicht damit gerechnet, ihn selbst zu sehen. Wir gehen rein, und ich laufe tatsächlich direkt auf ihn zu – ups! ?
Tolles Lokal, mega leckeres Essen und insgesamt eine richtig entspannte Atmosphäre. Ich fand es super sympathisch, dass er dort ganz normal zwischen den Gästen herumläuft und alles mit im Blick hat.
Natürlich habe ich mich nicht getraut, nach einem Foto zu fragen – im Nachhinein ärgert man sich ein bisschen, aber in dem Moment war die Hemmschwelle einfach zu groß.
Wir werden auf jeden Fall nochmal hingehen, wenn wir wieder in Hamburg sind. Und wer weiß – vielleicht hat man ja nochmal Glück.
So hat die Hamburg-Reise einen wirklich tollen Abschluss gefunden. Und ganz ehrlich: Wir kommen wieder, denn es gibt noch so viel zu entdecken.
Tag 2:
Heute ging’s zuerst mit der Fähre 62 los – die könnt ihr ganz entspannt mit dem normalen Tagesticket für Bus und Bahn nutzen. Unser Ziel: Finkenwerder. Mit ein bisschen besserer Vorbereitung hätten wir dort direkt in die nächste Fähre umsteigen und weiter bis Blankenese fahren können – aber na ja, man lernt ja nie aus.
Also sind wir einfach wieder zurück und am Museumshafen Övelgönne ausgestiegen. Von dort aus sind wir ein Stück am Elbstrand entlanggelaufen – richtig schön – bis zum „Alten Schweden“.
Der „Alte Schwede“ ist übrigens ein riesiger Findling aus Granit, der während der Eiszeit aus Skandinavien hierher transportiert wurde. Entdeckt wurde er erst 1999 bei Baggerarbeiten in der Elbe. Mit rund 217 Tonnen ist er einer der größten Findlinge Deutschlands – ziemlich beeindruckend, wenn man direkt davorsteht.
Zurück ging’s dann oben entlang, vorbei an den vielen alten Kapitäns- und Lotsenhäusern mit ihren liebevoll gepflegten Gärten – echt ein Highlight für sich.
An der Strandperle, quasi der Mutter aller Beachclubs in Hamburg, haben wir dann noch eine kleine Pause eingelegt. Und ganz ehrlich: Hier sitzt man einfach perfekt – mit Blick auf die Kräne, die Elbe und die vorbeiziehenden Schiffe. Ich könnte da locker Stunden verbringen.
Dann ging es mit der Fähre wieder zurück – mit einem richtig tollen Blick auf die Elbphilharmonie inklusive. Diesmal sind wir schon an der Fischmarkthalle ausgestiegen, denn wir wollten uns unbedingt den Schellfischposten anschauen – wir sind nämlich große Fans von „Inas Nacht“.
Reingeschafft haben wir es allerdings nicht, weil alles belegt war. Kein Wunder, der Laden ist wirklich ziemlich klein und entsprechend schnell voll. Aber auch von außen hat es sich absolut gelohnt, mal dort vorbeizuschauen.
Direkt davor steht übrigens auch noch das Denkmal von Popeye und Olivia
Mit dem Bus ging es weiter nach St. Pauli. Zuerst haben wir in der Hein-Hoyer-Straße das Graffiti vom „Blonden Hans“, also Hans Albers, gesucht.
Von dort kommt man quasi automatisch über die Große Freiheit auf die Reeperbahn. Tja, was soll ich sagen: Tagsüber wirkt das Ganze eher schmuddelig, ein bisschen dreckig und stellenweise fast wie ausgestorben – auch der Geruch ist nicht gerade einladend.
Aber: Man merkt schon, dass dieser Ort zwei völlig unterschiedliche Gesichter hat. Abends, mit den vielen Lichtern und dem ganzen Trubel, sieht das natürlich ganz anders aus. Der Lebensgefährte meiner Schwester hat dort eine Tour gemacht, während wir im Musical waren, und war total begeistert.
Ich selbst stehe dem Viertel ehrlich gesagt etwas zwiegespalten gegenüber. Es hat definitiv seinen eigenen Charakter und gehört irgendwie zu Hamburg dazu – aber es ist eben auch nicht unbedingt der Ort, an dem ich mich länger aufhalten würde.
Und mitten in diesem ganzen Trubel entdeckt man dann plötzlich die schöne St. Joseph-Kirche – ein ruhiger, fast schon unerwarteter Kontrast zur lauten Umgebung drumherum.
Wenn man aus der Großen Freiheit rauskommt, steht man direkt auf dem Beatles-Platz. Der erinnert an die frühen 60er, als die Beatles hier in Hamburg gespielt haben – quasi ein kleiner Startpunkt ihrer Weltkarriere. Die runde Form und die Silhouetten im Boden sind echt schön gemacht.
Ein Stück weiter geht’s zum Hans-Albers-Platz, wo natürlich auch seine Statue steht – passt einfach perfekt hierher.
Und mittendrin: die berühmte Davidwache. Die kleine Polizeistation ist irgendwie genauso Kult wie die Reeperbahn selbst und gehört hier einfach dazu.
Danach kommen auch schon die ganzen bekannten Theater wie das St. Pauli Theater oder das Schmidt Tivoli – man merkt sofort, dass hier abends richtig was los ist.
In der Hausbar vom Schmidt Theater haben wir dann noch eine schöne kleine Pause eingelegt – genau der richtige Ort, um kurz durchzuatmen und das Ganze ein bisschen auf sich wirken zu lassen.
Direkt in der Nähe fallen auch die „Tanzenden Häuser“ ins Auge – die schiefen Fassaden sehen aus, als würden sie sich tatsächlich bewegen. Ein ziemlich cooler Hingucker und irgendwie typisch St. Pauli.
Ich wäre ja total gern in die Panik City von Udo Lindenberg gegangen, aber ausgerechnet an den Tagen, an denen wir da waren, gab es keine Karten mehr. Echt schade – aber hey, ein perfekter Grund, nochmal wiederzukommen.
Nach einer kurzen Pause im Hotel ging es dann wieder los – diesmal mit dem Schiff zum Michael-Jackson-Musical. Schon die Fahrt dorthin war wieder ein Highlight, mit einem ganz anderen Blick auf die Elbphilharmonie vom Wasser aus.
Und das Musical selbst? Einfach toll. „MJ – Das Michael Jackson Musical“ zeigt nicht nur seine größten Hits, sondern gibt auch spannende Einblicke in sein Leben und seine Karriere. Die Show ist richtig energiegeladen, mit beeindruckenden Choreografien und natürlich ganz viel Musik, die man sofort mitsingt.
Super gut gefallen hat mir auch der Bereich im Foyer – dort gab es einige Ausstellungsstücke und Bilder zu sehen, besonders die Kunstwerke aus alten Schallplatten fand ich richtig kreativ und passend zum Thema.
Tag 1:
Nach einem richtig tollen Frühstück ging es für uns als erstes zur Elbphilharmonie, um auf die Aussichtsterrasse zu kommen. Es gibt dort ein kleines Ticket-Häuschen, an dem man sich anstellt – die Tickets sind aber kostenlos. Manchmal sollen die Schlangen ziemlich lang sein, aber wir hatten Glück, weil wir so früh am Morgen da waren. Schon die Fahrt mit den Rolltreppen ist ein Erlebnis für sich, und oben angekommen ist die Aussicht einfach mega. Ein Konzert dort zu hören wäre bestimmt auch etwas ganz Besonderes gewesen, aber an unseren Tagen war leider nichts verfügbar bzw. alles schon ausverkauft.
Wieder unten angekommen sind wir den Kaiserkai entlanggelaufen bis zu den Magellan-Terrassen. Dort findet ihr teppichähnliche Bodenelemente, die an den Teppichhandel in der Speicherstadt erinnern sollen. Von hier aus habt ihr nochmal einen richtig tollen Blick auf die Elbphilharmonie.
Weiter geht’s durch den Sandtorpark zur Astor Filmlounge – ein richtig tolles Kino mit super bequemen Sitzen, Cocktails und Fingerfood direkt am Platz. Von hier aus kommt ihr zum Überseeboulevard, der Einkaufsstraße der HafenCity, mit einer kleinen Freiluft-Galerie. Ich weiß nicht, ob die Bilder dort immer ausgestellt sind, aber ich fand es total schön, daran entlangzuschlendern und sie anzuschauen. Kurz darauf kommt ihr dann zum Denkmal von Störtebeker.
Wenn ihr über die Brücke geht, steht ihr direkt vor dem Internationalen Maritimen Museum – ein tolles Gebäude mit einer goldenen Schiffsschraube davor.
In der Shanghaiallee 20 findet ihr außerdem ein beeindruckendes Mural: Es zeigt ein riesiges, fotorealistisches Porträt von Uwe Diercks (†2020).
Ich musste mich natürlich erstmal schlau machen, wer Uwe Diercks eigentlich war. Dabei habe ich herausgefunden, dass er der dienstälteste Verkäufer des Straßenmagazins „Hinz&Kunzt“ war und in Hamburg eine echte bekannte Persönlichkeit. Ganze 27 Jahre lang hat er das Magazin rund um das Rathaus verkauft und gehörte damit fest zum Stadtbild.
Kurz darauf landet man quasi automatisch im Westfield-Einkaufszentrum in der HafenCity. Ziemlich beeindruckend – eigentlich sind wir im Urlaub gar nicht so die Shopping-Typen, aber hier mussten wir einfach mal durchlaufen. Es gibt auch viele richtig schöne Cafés und Restaurants, vor allem die riesigen Franzbrötchen sind der Wahnsinn. Oben findet man ein Kino und jede Menge Food-Spots. Und was unterwegs echt Gold wert ist: saubere Toiletten – ist ja auch nicht immer selbstverständlich.
Geht man auf der anderen Seite wieder raus, steht man direkt an der Elbe. Dort kann man sich wunderbar auf die Treppen setzen und noch eine kleine Pause mit Blick aufs Wasser einlegen.
Von hier ging es mit der U-Bahn weiter an die Alster. Diese Gegend haben wir bei diesem Besuch ein bisschen vernachlässigt. Die Alsterarkaden sind aber wirklich sehr schön anzusehen. Von hier aus kommt man auch zur Mellin-Passage – sie ist die kleinste und zugleich älteste Passage Hamburgs.
Gegenüber steht man dann auch direkt vor dem Hamburger Rathaus. Das beeindruckende Gebäude stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und wurde im Stil der Neorenaissance erbaut. Besonders auffällig ist die prunkvolle Fassade mit ihren vielen Figuren und Verzierungen – insgesamt stehen dort 20 Kaiser-Statuen.
Im Inneren gibt es über 600 Räume (mehr als im Buckingham Palace!) und noch heute ist das Rathaus Sitz von Senat und Bürgerschaft der Stadt.
Unser nächstes Ziel war das Levantehaus – schon von außen ein echter Hingucker, vor allem wegen der vielen liebevollen Tierskulpturen. Das historische Kontorhaus stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert und spiegelt Hamburgs große Zeit als Handelsmetropole wider. Die Tierfiguren stehen dabei symbolisch für die weite Welt und die internationalen Handelsbeziehungen von damals.
Heute geht es hier deutlich entspannter zu: kleine, feine Shops, hübsche Cafés und eine richtig schöne, fast ein bisschen elegante Atmosphäre laden zum Bummeln ein. Wir haben im Café Roncalli im Levantehaus eine Pause eingelegt – genau der richtige Ort, um kurz die Füße auszuruhen und das Ganze auf sich wirken zu lassen.
Von hier ging es mit der Bahn weiter zum begrünten Bunker. Hoch sind wir diesmal nicht – das haben wir uns für einen anderen Tag aufgehoben, davon erzähle ich euch noch. Rundherum war es nämlich ziemlich voll, was auch am Hamburger Dom lag, der gerade stattfand.
Auf der Suche nach dem Street-Art-Bild mit dem Seemann im Innenhof der Lippmannstraße 59 sind wir noch am Kilimanschanzo vorbeigekommen. Der ehemalige Hochbunker liegt mitten im Florapark zwischen Schulterblatt und Lippmannstraße und wurde zu einer Kletterwand umfunktioniert. Mit seinen rund 26 Metern Höhe kann man ihn auf zwei Seiten bis zu etwa 24 Meter hoch beklettern – ziemlich beeindruckend und definitiv ein spannender Spot mitten im Schanzenviertel.
Nun war es endlich Zeit, etwas zu futtern – und dafür hatte ich mir das Underdocks rausgesucht, das praktischerweise auch gleich hier in der Ecke liegt. Das kleine, ziemlich angesagte Lokal ist vor allem für seine kreativen Hotdogs bekannt, die oft mit ausgefallenen Toppings daherkommen. Dazu gibt’s eine gute Auswahl an Drinks und Beilagen – perfekt für eine entspannte Pause nach dem vielen Herumlaufen.
Uns hat es auf jeden Fall richtig gut gefallen, und das Essen war wirklich lecker – genau das Richtige, wenn man Lust auf unkompliziertes, aber besonderes Streetfood hat.
Nach einer kurzen Pause im Hotel ging es weiter zu Harry Potter und das verwunschene Kind im Hamburger Großmarkt – was für ein Theater!
Die Show ist wirklich ein Erlebnis für sich: Die aufwendigen Bühnenbilder, überraschenden Szenenwechsel und die beeindruckenden Spezialeffekte machen die Geschichte unglaublich lebendig. Man hat teilweise wirklich das Gefühl, mitten in der Zauberwelt zu sitzen – alles wirkt so fließend und magisch inszeniert, dass man kaum hinterherkommt mit Staunen.
Gerade die Mischung aus Schauspiel, Licht, Sound und diesen cleveren Bühnentricks sorgt dafür, dass die Magie von Harry Potter richtig greifbar wird. Insgesamt einfach mega cool und ein absoluter Highlight-Abend.
So ging ein echt spannender und aufregender Tag in Hamburg schließlich zu Ende – entspannt an der Hotelbar bei einem letzten Drink.
Diesmal ging es für vier Tage nach Hamburg – wir waren schon ewig nicht mehr dort, und ich liebe diese Stadt einfach. Umso schöner war es, endlich wieder hinzufahren. Ich glaube, das letzte Mal waren wir 2008 dort, also wurde es wirklich Zeit für ein Wiedersehen.
Die Anreise war ganz entspannt mit dem Zug, ganz ohne Stress. Direkt am Bahnhof kann man in der Wandelhalle die „Alltagsmenschen“ von Laura und Christel Lechner entdecken – eine besondere Figurengruppe mit dem Titel „Das Tor zur Welt“, zu der auch der Mann mit dem Koffer gehört.
Vom Bahnhof aus sind wir etwa 25 Minuten zu Fuß zu unserem Hotel, dem Noxy, im Stadtteil Hammerbrook gelaufen. Allerdings war dieser erste Eindruck nicht ganz so schön: Auf dem Weg haben wir ziemlich viel Schmutz und auch einiges an Elend auf den Straßen gesehen, was mich schon ein bisschen nachdenklich gestimmt hat.
Im Hotel angekommen, hat sich das Bild dann aber komplett gewandelt. Das Noxy hat uns sofort überzeugt: ein wirklich schönes, gemütliches Zimmer, angenehm ruhig gelegen, sodass man nach einem langen Tag perfekt abschalten konnte. Das Frühstück war richtig lecker und ließ keine Wünsche offen – genau das, was man für einen guten Start in den Tag braucht. Abends konnten wir den Tag dann ganz entspannt in der hoteleigenen Bar ausklingen lassen, was wir sehr genossen haben. Besonders hervorheben muss man auch das super freundliche Personal, bei dem man sich direkt willkommen gefühlt hat.
Alles in allem war es ein rundum gelungener Aufenthalt mit vielen schönen Momenten – und ich kann das Hotel wirklich nur empfehlen.
Für den ersten Tag hatten wir uns nichts Großartiges mehr vorgenommen – es war schließlich schon später Nachmittag. Also haben wir uns ganz unkompliziert ein Tagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel geholt und sind zu den Landungsbrücken gefahren.
Dort ging es am Freitagnachmittag ordentlich rund: viele Gruppen unterwegs, einige Junggesellenabschiede und insgesamt ziemlich viel Trubel. Das war erst mal ein kleiner Kontrast, an den ich mich kurz gewöhnen musste.
Wir haben uns dann aber einfach treiben lassen und sind ganz entspannt Richtung Speicherstadt gelaufen. Der Weg dorthin hat richtig Spaß gemacht – überall Schiffe, dieses typische Hafenfeeling und immer wieder schöne Ausblicke auf die Elbphilharmonie.
Unterwegs sind wir auch an einem Ort vorbeigekommen, den wir direkt erkannt haben: Die historische Hafenpolizeiwache an der Kehrwiederspitze dient in unserer Lieblingsserie „Notruf Hafenkante“ als Polizeikommissariat PK 21 – das war schon ein kleines Highlight für uns.
In der Speicherstadt selbst gibt es ja unglaublich viel zu entdecken: vorbei am Miniatur Wunderland, dem Dungeon, einer tollen Kaffeerösterei, dem Gewürzmuseum und vielen weiteren spannenden Ecken. Die Museen haben wir diesmal allerdings ausgelassen – dafür war bei diesem Besuch einfach zu wenig Zeit und unser Fokus lag eher darauf, die Atmosphäre zu genießen und ein bisschen durch die Stadt zu schlendern.
Von dort aus sind wir ganz gemütlich weiter in Richtung Innenstadt gelaufen.
Das Einzige, was wir für diesen Tag fest eingeplant hatten, war unser reservierter Tisch im „Ahoi“ von Steffen Henssler. Darauf hatten wir uns schon im Vorfeld richtig gefreut.
Uns hat es dort wirklich super gefallen: eine entspannte, lockere Atmosphäre, genau die richtige Mischung aus lebendig und gemütlich. Das Essen war richtig lecker, frisch und qualitativ top – man merkt einfach, dass hier ein durchdachtes Konzept dahintersteckt.
Weil der Abendhimmel an dem Tag einfach richtig schön war, sind wir später nochmal zu den Landungsbrücken gefahren und dort noch ein bisschen rumgelaufen.
Abends hat das Ganze nochmal einen ganz anderen Vibe – das Licht, die Elbe, die Schiffe… irgendwie total entspannt und gleichzeitig richtig beeindruckend. Wir sind einfach ein bisschen herumgeschlendert, haben den Moment genossen und gar nicht viel gemacht.
Es ist dort einfach immer wieder schön.
Tag 4:
Heute Morgen ging’s endlich ins Rathaus – und wir hatten richtig Glück: Um 10 Uhr war noch absolut nichts los. Keine Schlange, kein Warten… einfach rein und direkt mit dem ersten Aufzug nach oben.
Bis dahin heißt es allerdings: erst mal ein paar Treppen sammeln. Der berühmte Bogenaufzug startet nämlich erst in der 3. Etage. Und oben angekommen? Gibt’s zur Belohnung… noch mehr Treppen, aber ganz ehrlich: lohnt sich absolut.
Der Aufzug selbst ist schon ein Erlebnis für sich. So einen bin ich vorher noch nie gefahren – der fährt nämlich nicht einfach gerade nach oben, sondern folgt der Krümmung der Kuppel. Klingt cool? Ist es auch. Aber auch ein kleines bisschen unheimlich. Offiziell passen 6 Personen rein – wir waren zu viert und ich sag mal so: viel mehr hätten auch echt keinen Spaß mehr gehabt.
Oben angekommen war dann aber sofort alles vergessen: Der Ausblick ist einfach nur wow. Ganz Hannover liegt einem zu Füßen!
Was ich vorher auch nicht wusste: Das Rathaus ist gar nicht so „alt“, wie es aussieht. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und wirkt mit seiner riesigen Kuppel eher wie ein Schloss als wie ein Amt. Drinnen geht’s genauso beeindruckend weiter.
Unbedingt reinschauen solltet ihr euch nämlich auch das Foyer. Riesig, prunkvoll und irgendwie fühlt man sich kurz ein bisschen klein darin. Besonders spannend: die vier Stadtmodelle von Hannover, die zeigen, wie sich die Stadt über die Jahrhunderte verändert hat – inklusive Zerstörung im Zweiten Weltkrieg und Wiederaufbau.
Hier kommen noch ein paar Eindrücke aus Hannover.
Zwischendurch sind wir auch am Verwaltungsgebäude der Nord/LB vorbeigekommen – und das fällt definitiv auf. Total modern, irgendwie ein bisschen futuristisch und komplett anders als die klassischen Gebäude in der Stadt. Der Bau gilt tatsächlich als eines der spannendsten modernen Architekturprojekte in Hannover – innen wohl genauso beeindruckend wie außen.
Ein kleiner Sprung in die Vergangenheit: Hannovers ältestes Bürgerhaus steht in der Altstadt und stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Ein echtes Highlight ist auch das Anzeiger-Hochhaus. Allein die markante Kuppel sieht man schon von weitem. Früher war es eines der ersten Hochhäuser Deutschlands und ein echtes Symbol für den Aufbruch in die Moderne.
Und dann natürlich noch die Leibniz Universität Hannover. Der Hauptcampus rund um das Welfenschloss sieht eher aus wie ein Märchenschloss als wie eine Uni – studieren mit Schlossblick sozusagen. Benannt ist sie übrigens nach Gottfried Wilhelm Leibniz, einem der bekanntesten deutschen Denker.
Dann waren die Tage in Hannover leider auch schon wieder vorbei. Ich wäre echt gern noch ein bisschen geblieben, weil es uns richtig gut gefallen hat.
Auf der Liste standen nämlich noch ein paar Sachen: der Zoo (soll richtig schön sein!), eines der Moore im Umland erkunden und ein Ausflug ans Steinhuder Meer. Also ganz klar – wir kommen wieder!
Hannover hat uns auf jeden Fall positiv überrascht.
Tag 3:
Mit einem Tagesticket und der Straßenbahn, ging es entspannt zu den Herrenhäuser Gärten, die mit ihren vier Bereichen – Großer Garten, Berggarten, Georgengarten und Welfengarten – wirklich einiges zu bieten haben.
Der Große Garten hat uns sofort beeindruckt. Die weitläufige, streng symmetrische Anlage stammt bereits aus dem 17. Jahrhundert und zählt zu den bedeutendsten Barockgärten Europas. Alles wirkt sehr durchdacht und perfekt gepflegt – fast schon wie aus einer anderen Zeit. Besonders schön ist die Grotte in den Herrenhäuser Gärten, die von Niki de Saint Phalle gestaltet wurde. Die bunten Mosaike leuchten und geben der Grotte eine ganz eigene, fast märchenhafte Atmosphäre.
Im Berggarten wurde es dann etwas ruhiger, aber nicht weniger beeindruckend. Ursprünglich als Küchengarten angelegt, ist er heute ein botanischer Garten mit einer großen Pflanzenvielfalt aus aller Welt. Besonders die Schauhäuser sind sehenswert – von tropischen Pflanzen bis hin zu eher ungewöhnlichen Gewächsen ist alles dabei. Auch die liebevoll gestalteten Außenbereiche laden dazu ein, sich Zeit zu nehmen und einfach ein wenig zu verweilen.
Insgesamt ist die Anlage sehr weitläufig – man sollte sich auf jeden Fall einen halben Tag einplanen, wenn man alles in Ruhe entdecken möchte.
Das Museum haben wir ausgelassen, da wir nach dem Rundgang doch ziemlich müde waren. Stattdessen haben wir uns im Café eine Pause gegönnt – der Kuchen dort war genau das Richtige zur Stärkung.
Großer Garten
Berggarten mit Schauhäusern, die Galerie ist im großen Garten
Dann sind wir noch zwei, drei Stationen mit der Straßenbahn zurückgefahren und am Wilhelm Busch Museum ausgestiegen – einem Museum für Karikatur und Zeichenkunst. Man hätte auch entspannt durch den Park hinlaufen können, aber irgendwann sagen die Füße einfach: reicht jetzt
Im Museum kommt es ja immer ein bisschen darauf an, was gerade gezeigt wird, aber diesmal hat es sich wirklich gelohnt. Die Arbeiten von Anke Feuchtenberger fand ich richtig spannend und besonders. Mein Mann war eher Fan von Ulli Lust.
„Regeln sind zum Brechen da“ von Katharina Greve war genau mein Ding und auch die Sachen von Michaela Konrad haben mir gut gefallen.
Jetzt fragt ihr euch sicher, warum ich euch auf dem Foto einen Gullydeckel zeige. Tja – in Hannover gibt es den DJ Gullymann. Ja, ihr habt richtig gelesen: Aus einem Gullydeckel kommt tatsächlich Musik.
Hinter der Idee steckt ein Kunstprojekt, bei dem über einen versteckten Lautsprecher Musik abgespielt wird – oft von Künstlerinnen und Künstlern aus Hannover. Die Playlists wechseln regelmäßig, sodass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Mit etwas Glück stolpert man also nicht nur über den Gully, sondern auch über richtig gute, lokale Musik. Und keine Sorge: Man muss sich nicht auf den Boden legen – einfach in der Nähe stehen bleiben und ein bisschen lauschen. Den richtigen Deckel zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach… wir haben jedenfalls eine Weile gesucht!
Zum Abschluss des Tages ging es dann noch ins Wirtshaus Hannover. Eine richtig gute Wahl: gemütlich, aber nicht altbacken, super freundlicher Service und wirklich leckeres Essen. Ein schöner Ausklang für einen rundum gelungenen Tag.
Tag 2:
Da wir noch ziemlich früh unterwegs waren, ging es für uns zuerst in die Markthalle, die nur ein paar Meter von unserem Hotel entfernt lag. Direkt vor der Halle steht die Figur von
Oma Duhnsen – sie gilt als echtes Original der Markthalle.
In der Markthalle selbst gibt es wirklich alles Mögliche zu kaufen, und auch genügend Sitzplätze, um sich dort ganz entspannt etwas zu essen zu gönnen. Im Obergeschoss befindet sich außerdem ein Bahlsen-Outlet – die Firma hat ihren Sitz in Hannover. Dazu zeige ich euch später noch ein paar Bilder.
Danach ging es quer durch die Stadt – vorbei an der Oper und weiter zum Kröpcke, einer platzartigen Straßenkreuzung mitten in der Fußgängerzone von Hannover. Er gilt als die wohl zentralste Stelle der Stadt. Mit der berühmten Kröpcke-Uhr steht dort außerdem einer der beliebtesten Treffpunkte der Hannoveraner – nach dem Motto: „Wir sehen uns an der Uhr!“
Von dort aus ging es weiter Richtung Bahnhof, einmal quer hindurch. Die Gegend drumherum ist… sagen wir mal, ein bisschen gewöhnungsbedürftig – aber das gehört ja irgendwie zu fast jeder Großstadt dazu. Auf der anderen Seite wieder raus und dann noch ein ganzes Stück weiter zu unserem nächsten Ziel.
Wer hätte gedacht, dass mich mal ein Museum über Küchen so begeistert? Vom WOK Museum – „World of Kitchen Museum“ – hatte ich vorher ehrlich gesagt noch nie gehört. Der Tipp kam von meiner Schwester, die schon dort war, und ich bin echt froh, dass ich auf sie gehört habe.
Das Besondere: Es ist wohl ziemlich einzigartig in seiner Art. Und einfach reinspazieren geht nicht – man kann das Museum nur im Rahmen einer Führung besuchen, für die man sich vorher anmelden muss. Aber glaubt mir, das lohnt sich!
Die Tour dauert gute zwei Stunden (ja, wirklich zwei Stunden – aber keine Sorge, die vergehen schneller als gedacht). Los geht’s mit der Entwicklung der Küchen im Laufe der Zeit, dann reist man durch verschiedene Länderküchen, und am Ende landet man bei den Märchenküchen. Die waren jetzt persönlich nicht ganz mein Highlight – aber der Rest hat mich total abgeholt. Genau mein Ding!
Besonders schön: Das Ganze wird ehrenamtlich betrieben, und man merkt sofort, wie viel Herzblut hier drinsteckt. Es gibt außerdem eine große Küche vor Ort, in der Kochevents, Schulkochen und ähnliche Aktionen stattfinden.
Ein weiteres Highlight sind die wechselnden Sonderausstellungen – bei meinem Besuch drehte sich alles um Eierbecher. Klingt erstmal unspektakulär, aber was es da alles zu sehen gibt, ist echt kurios und überraschend vielfältig.
Und dann – ganz am Ende – wartet noch eine riiiiiiiesige Sammlung an Kochbüchern.
Kleiner Hinweis: Wenn ihr fotografieren möchtet, kostet das eine kleine Extra-Gebühr von 3 €.
Direkt gegenüber gibt’s übrigens das dazugehörige Schlosscafé, perfekt, um sich nach der Tour zu stärken (und die Eindrücke erstmal sacken zu lassen).
Ich will hier gar nicht alles verraten – es gibt unterwegs auch ein paar nette kleine Überraschungen.
Fazit: Für alle, die sich für Kochen, Küchen oder einfach außergewöhnliche Museen interessieren, ist das ein absoluter Geheimtipp! Wenn ich näher dran wohnen würde, würde ich mich dort wahrscheinlich direkt als Helfer melden – das wäre genau mein Ding.
Danach haben wir uns noch ein paar Graffitis angeschaut – aber längst nicht alle. Dafür hätte man definitiv mehr Zeit gebraucht.
Einen kleinen Überblick bekommt ihr hier , aber vor allem im Stadtteil Linden gibt’s noch richtig viele weitere zu entdecken. Das haben wir zeitlich leider nicht mehr geschafft… guter Grund, nochmal wiederzukommen!
Bei der Suche nach den Graffitis stolpert man ganz nebenbei auch über das Krümelmonster am Hoftor der Firma Bahlsen – ziemlich witzig!
Geht man dann einmal vorne herum, entdeckt man das wirklich schöne Firmengebäude… und natürlich den berühmten goldenen Leibniz-Keks. Schon irgendwie cool, wenn ein Keks zum Fotomotiv wird.
Parallel dazu haben wir noch 3 von insgesamt 9 kreativen Busstops entdeckt – echt eine coole Idee und mal was ganz anderes als die üblichen Haltestellen.
Ein paar davon zeigen wir euch hier, aber es gibt noch mehr zu entdecken – den Link zu allen Haltestellen findet ihr ebenfalls hier.
Nach einer kurzen Pause im Hotel ging’s nochmal los. Zuerst vorbei an den Göttinger Sieben – ein Denkmal für sieben Professoren, die im 19. Jahrhundert gegen einen König protestiert haben und dafür ihren Job verloren. Fand ich spannend, wenn man die Geschichte dahinter kennt.
Dann ab in den Bus Richtung Maschsee, unterwegs noch am Sprengel Museum Hannover vorbei. Dort gibt’s moderne Kunst vom Feinsten – von Klassikern wie Pablo Picasso bis zu zeitgenössischen Werken. Für Kunstfans definitiv einen Besuch wert.
Am Maschsee kann man richtig schön spazieren gehen oder einfach die Aussicht genießen. Wer mag, kann auch mit der Bootsflotte eine Runde über den See drehen.
Direkt dahinter liegt das Stadion von Hannover 96 – perfekt für Fußballfans.
Auf dem Rückweg kommt man noch am Niedersächsisches Landesmuseum Hannover vorbei und läuft durch den Maschpark – mit einem echt traumhaften Blick auf das Neues Rathaus Hannover.
Fürs Abendessen hatten wir uns das Pfannkuchenhaus Hannover ausgesucht. Auf dem Weg dorthin kamen wir noch am Polizeipräsidium Hannover vorbei – ein echt beeindruckender Bau mit einer spannenden Geschichte, die auf einer Tafel daneben erklärt wird.
Das Pfannkuchenhaus wirkt von außen eher unscheinbar, aber innen ist es total gemütlich und richtig urig. Reservieren ist auf jeden Fall eine gute Idee – scheint kein Geheimtipp mehr zu sein.
Und ja, es gibt natürlich auch herzhafte Pfannkuchen – und die waren richtig lecker!
Mein persönliches Highlight: Ein kleiner Zeppelin, der seine Runden entlang der Theke dreht, die mitten im Raum steht.
Kurztrip über Ostern nach Hannover – aber diesmal etwas anders als geplant.
Eigentlich hatten wir schon vor Wochen unsere Zugtickets gebucht. Bis die Bahn dann zwei Tage vorher meinte, uns mitzuteilen, dass unser Zug ausfällt. In den Alternativen? Natürlich keine Sitzplätze mehr frei. Ja, so „lustig“ ist die Bahn manchmal.
Fünf Stunden stehen? Da bin ich inzwischen einfach raus. Und auf gut Glück einsteigen und hoffen, dass schon irgendwo was frei wird – eher schwierig, vor allem an Ostern, wenn gefühlt halb Deutschland unterwegs ist.
Dabei hatten wir letztes Jahr durchweg echt gute Erfahrungen mit der Bahn gemacht. Aber diesmal sollte es wohl einfach nicht sein.
Also standen wir vor der Wahl: alles stornieren und zu Hause bleiben – oder spontan umplanen. Zum Glück haben wir noch ein Auto über die Feiertage bei Stadtmobil bekommen. Ein bisschen Glück muss man ja auch mal haben.
Und ganz ehrlich: So sind wir jetzt sogar etwas flexibler unterwegs. Ursprünglich hatten wir nämlich überlegt, uns in Hannover selbst ein Stadtmobil zu holen – die gibt’s dort nämlich auch. Jetzt haben wir die Freiheit einfach direkt von Anfang an.
Also, los geht’s mit Tag 1.
Da wir sowieso Frühaufsteher sind, ging es schon um 6:30 Uhr los. Unser erstes Ziel: Hildesheim – ein Tipp von meiner Schwester. Ehrlich gesagt hatte ich vorher noch nie davon gehört, aber es ist definitiv einen Stopp wert.
Ich liebe ja Graffitis, und kaum vom Parkplatz losgelaufen, sind wir direkt an ein paar richtig coolen Motiven vorbeigekommen. Besser kann ein Start eigentlich kaum sein.
Danach ging es weiter zum traumhaft schönen Marktplatz. Wirklich beeindruckend – so viele wunderschöne Häuser auf einem Fleck, da weiß man gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Wir sind erstmal einfach ein bisschen planlos im Kreis gelaufen und haben alles auf uns wirken lassen.
Rund um den Platz stehen Highlights wie das Bäckeramtshaus, das Knochenhaueramtshaus, das Rathaus, das Wedekindhaus, das Lützehaus, das Rolandhaus oder auch das Tempelhaus – jedes einzelne mit richtig viel Liebe zum Detail. Diese ganzen Fachwerkfassaden, Schnitzereien und bunten Elemente sind einfach ein Traum.
Was ich besonders spannend fand: Die meisten Gebäude sind tatsächlich gar nicht so alt, wie sie wirken. Der Marktplatz wurde im Zweiten Weltkrieg fast komplett zerstört und erst in den 1980er-Jahren originalgetreu wieder aufgebaut. Man hat sich dabei stark an alten Plänen und Fotos orientiert, sodass heute alles wieder historisch aussieht – obwohl es im Grunde „neu“ ist.
Ein Detail, das ich richtig schön fand, war das Welterbeband auf dem Boden. Es zieht sich durch die Stadt und verbindet die UNESCO-Welterbekirchen St. Michaelis und den Mariendom miteinander. Nachts soll es sogar leicht schimmern –selbst gesehen haben wir das zwar nicht, aber klingt auf jeden Fall ziemlich cool.
Für uns ging es dann erstmal zum Dom. Von außen fand ich ihn schon ziemlich beeindruckend, aber innen war ich ehrlich gesagt überrascht, wie schlicht alles gehalten ist. Irgendwie ruhig und unaufgeregt – fast schon minimalistisch.
Was mir dafür sofort ins Auge gefallen ist: der große Leuchter mitten im Raum. Der hat mich echt beeindruckt. Gar nicht überladen, aber trotzdem total präsent – genau so ein Detail, an dem man irgendwie hängen bleibt.
Nun ging es weiter zum UNESCO-Welterbe St. Michael. Auch der Hildesheimer Mariendom gehört zum UNESCO-Welterbe – beide zählen zu den bedeutendsten romanischen Kirchen Deutschlands. St. Michael wirkt von außen eher schlicht, überrascht innen aber mit einer absolut beeindruckenden bemalten Holzdecke, die man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte.
Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem richtig schnuckeligen Fachwerkhaus vorbei und schlenderten über den Alten Pferdemarkt.
In die St. Andreas Kirche haben wir auch noch kurz reingeschaut. Sie ist vor allem für ihren hohen Turm bekannt – einer der höchsten Kirchtürme Niedersachsens – und bietet (wenn geöffnet) eine tolle Aussicht über die Stadt.
Dann war es Zeit für eine kleine Stärkung: Ein eher unscheinbares Fachwerkhaus am Rand des Marktes zog unsere Aufmerksamkeit auf sich. Hätte die Tür nicht offen gestanden und wären nicht ständig Leute mit Brottüten herausgekommen, hätten wir dahinter wohl kaum eine Bäckerei vermutet. Beim Herr von Myra gibt es richtig tolles Brot, und man kann sogar beim Backen zusehen. Wir entschieden uns für ein Teilchen – liebevoll angerichtet und einfach richtig lecker. Drinnen kann man auch gemütlich sitzen. Ganz ehrlich: Gäbe es so etwas bei uns, ich wäre definitiv Stammkunde.
Weiter ging die Fahrt zum Schloss Marienburg – das stand ganz oben auf meiner Wunschliste. Auch wenn man das Schloss aktuell innen nicht besichtigen kann, lohnt sich schon ein Spaziergang außen herum total. Die Kulisse ist einfach beeindruckend. Übrigens: Hier wurden unter anderem Szenen für „Maxton Hall“ und „Die Schule der magischen Tiere“ gedreht. Ein echtes Märchenschloss!
Und dann ging’s endlich nach Hannover in unser Hotel, das Concorde Hotel am Leineschloss. Die Lage? Wirklich perfekt – quasi direkt an der Markthalle Hannover und einer U-Bahn-Station. Alles war super bequem zu Fuß erreichbar.
Unser Zimmer war richtig schön und das Frühstück im Hotel einfach top – genau das, was man sich für einen gelungenen Start in den Tag wünscht.
Nach einer kurzen Pause haben wir uns direkt auf den Weg gemacht, die Stadt zu erkunden. Besonders praktisch: In Hannover gibt es den sogenannten Roter Faden – eine rote Linie auf dem Boden, die euch an 36 Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Ein passendes Heft mit Infos bekommt ihr bei der Touri-Info, oder ihr schaut einfach online nach.
Gleich gegenüber vom Hotel wartet schon das nächste Highlight: das Altes Rathaus Hannover mit seinem auffälligen Fratzenkopf an der Fassade. Und direkt daneben die beeindruckende Marktkirche Hannover – besonders die Orgel dort ist echt sehenswert.
Dann ging es weiter zum Neuen Rathaus Hannover – ein wirklich beeindruckender Bau! Besonders cool: Man kann mit einem Bogenaufzug bis hoch in die Kuppel fahren und hat von dort oben eine richtig tolle Aussicht über die Stadt. Leider waren an dem Tag die Wartezeiten ziemlich lang. Uns wurde dann empfohlen, direkt morgens um 10 Uhr zu kommen – das haben wir am letzten Tag auch gemacht. Davon erzähle ich euch später noch.
Vorbei an vielen weiteren Sehenswürdigkeiten (ich kann euch wirklich nicht alle zeigen) ging es Richtung Leine River Hannover. Dort lässt es sich richtig schön spazieren gehen. Und ein kleines Highlight: Ähnlich wie in München gibt es auch hier eine Surfwelle, bei der man den Leuten zuschauen kann – macht echt Spaß!
Als Nächstes kamen wir an den berühmten Nanas von Niki de Saint Phalle vorbei – die bunten Figuren sind wirklich ein Hingucker. Und kurz darauf ist man auch schon in der Altstadt.
Dort erwarten euch ein paar richtig schöne Straßen mit Fachwerkhäusern – total gemütlich und perfekt zum Schlendern. Eine besondere Empfehlung ist das Teestübchen Hannover. Dort sollte man unbedingt mal auf einen Kaffee einkehren. Allerdings: Einen Platz zu bekommen, ist gar nicht so einfach
Zum Essen ging es dann zu Gosch Hannover – wir lieben den Laden einfach! Das Konzept ist immer gleich entspannt und gut, und sobald wir irgendwo ein Gosch entdecken, kehren wir ein. Gerade weil es bei uns in der Gegend nicht so oft richtig frischen Fisch gibt, ist das für uns jedes Mal ein kleines Highlight. Praktisch war auch: Das Restaurant lag direkt beim Hotel.
Danach haben wir noch eine kleine Runde gedreht – am Leineschloss Hannover, dem Sitz des Niedersächsischer Landtag, vorbei, nochmal Richtung Neues Rathaus Hannover und auf dem Rückweg an der Aegidienkirche Hannover.
Die Aegidienkirche ist übrigens etwas ganz Besonderes: Sie wurde im Zweiter Weltkrieg bei Luftangriffen schwer zerstört und bewusst als Ruine stehen gelassen – als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt. Heute hat sie kein Dach mehr, was ihr eine ganz besondere, fast schon ruhige und nachdenkliche Atmosphäre verleiht. Im Inneren hängt außerdem eine Friedensglocke aus Japan, die an die Opfer von Krieg und Zerstörung erinnert.
Und damit ging ein wirklich abwechslungsreicher Tag zu Ende.