Heike`s Stempel und Bastelstube.....Reisen und das Leben genießen
Heike`s Stempel und Bastelstube.....Reisen und das Leben genießen

Die HP gibt es nun seit 2000, die Kinder sind Erwachsen und es gibt neue Interessante Dinge zu entdecken.

Juni

Zum Abendessen zog es uns in dieses Restaurant, das uns bereits am Vortag aufgefallen war. Schließlich sollten es auf unserer Reise auch die ersten Fish & Chips werden.

Ganz ehrlich: Sie waren wirklich gut und wir haben das Essen genossen. Im Laufe unserer Reise haben wir allerdings noch bessere Fish & Chips gefunden – und das teilweise sogar zu günstigeren Preisen. Trotzdem war es ein gelungener Einstieg in die irische Fish-&-Chips-Welt.

Inzwischen seid ihr auch schon fast an der St. Anne’s Cathedral angekommen. Statt eines klassischen Kirchturms besitzt die Kathedrale eine lange, filigrane Metallspitze, die schon von Weitem ins Auge fällt. Zugegeben, daran muss man sich erst einmal gewöhnen, aber irgendwie passt sie doch ganz gut zum modernen Belfast. Leider konnten wir die Kathedrale nicht von innen besichtigen. Entweder fand gerade ein Gottesdienst statt oder wir waren schlicht zu spät und die Türen waren bereits geschlossen.

 

Rund um die Kathedrale findet ihr außerdem unzählige Murals, von denen viele wirklich beeindruckend gestaltet sind. Nehmt euch etwas Zeit, durch die Straßen zu schlendern und die Kunstwerke zu entdecken.

 

Ein absolutes Muss ist die Commercial Court. Hier befindet sich der bekannte Pub Duke of York, einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt. Die Straße ist mit Lichterketten und bunten Regenschirmen geschmückt, die besonders am Abend für eine tolle Atmosphäre sorgen. Vor dem Pub stehen zahlreiche Bänke und Tische, auf denen man gemütlich sein Guinness genießen kann – für uns eine der schönsten Ecken in Belfast.

 

Zum Abschluss ging es noch durch einige der sogenannten Entries. Das sind die schmalen historischen Gassen der Stadt, in denen sich heute viele kleine Pubs, Bars und versteckte Ecken befinden. Am besten lasst ihr euch einfach treiben, denn hinter jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken.

Von dort geht es weiter zur Alice Clock. Zu jeder vollen Stunde erklingt hier Musik – sie gilt als die einzige automatische Musikuhr Irlands und ist eine kleine Besonderheit mitten in der Innenstadt. Ehrlich gesagt hatte ich mir das Ganze etwas spektakulärer vorgestellt. Vielleicht lag es aber auch daran, dass wir nie zur vollen Stunde dort waren und die Uhr daher nicht in Aktion erleben konnten.

 

Anschließend führt unser Weg durch die Queen’s Arcade, eine elegante Einkaufspassage mit schönen Details und kleinen Geschäften, bevor wir die eigentliche Hauptschlagader der Stadt erreichen. Hier findet ihr unter anderem einen großen Primark. Ich wusste vorher übrigens gar nicht, dass das Unternehmen ursprünglich aus Irland stammt.

 

Ein kleines Stück weiter steht das Gebäude der ehemaligen Northern Bank, das heute als öffentlicher Kultur-, Ausstellungs- und Veranstaltungsort genutzt wird. Schaut unbedingt einmal hinein! Besonders die beeindruckende Kuppel ist sehenswert. Wir hatten sogar das Glück, während eines kleinen Konzerts dort zu sein. Außerdem gibt es eine Bibliothek, Ausstellungsflächen und einen Spielbereich für Kinder.

 

Nur wenige Schritte weiter entdeckt ihr zwei Gebäude, die sich deutlich von der übrigen Architektur der Umgebung abheben: das Sinclair Building und das gegenüberliegende Gebäude der Bank of Ireland. Beide wurden im Art-déco-Stil erbaut und fallen sofort durch ihre großen Uhren an den Fassaden auf – auch wenn diese nicht immer die richtige Zeit anzeigen.

Weiter ging es vorbei an der Assembly Buildings, dem Hauptsitz der presbyterianischen Kirche in Irland, zum Grand Opera House und dem berühmten Europa Hotel.

Direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite befinden sich zwei bekannte Pubs: Robinsons und der Crown Liquor Saloon. Besonders der Crown Liquor Saloon ist schon von außen ein echter Hingucker. Die aufwendig gestaltete Fassade mit ihren bunten Fliesen, Säulen und kunstvollen Details zieht sofort die Blicke auf sich.

Wer hier vorbeikommt, sollte unbedingt auch einen Blick ins Innere werfen. Leider hatten wir an diesem Tag kein Glück und keinen freien Platz mehr bekommen. Trotzdem lohnt sich ein Besuch schon allein wegen der beeindruckenden viktorianischen Architektur.

Als Nächstes geht es für uns zum St. George’s Market, den wir unbedingt besuchen wollten, da er nur freitags, samstags und sonntags geöffnet hat. In der historischen Markthalle findet man eine bunte Mischung aus Essensständen, frischem Obst und Gemüse, Antiquitäten sowie Kunsthandwerk. Hier ist für fast jeden Geschmack etwas dabei.

Für meinen persönlichen Geschmack war es allerdings etwas zu voll, zu laut und die Luft in der Halle ziemlich stickig. Deshalb haben wir uns dort nicht allzu lange aufgehalten und sind schon bald weitergezogen.

Danach laufen wir einmal rund um den Donegall Square. Hier gibt es einige wirklich schöne und beeindruckende Gebäude zu entdecken, die von Belfasts wohlhabender Vergangenheit erzählen. Besonders sehenswert sind die Linen Hall Library, eine der ältesten Bibliotheken Irlands, das prachtvolle ehemalige Kaufhaus Robinson & Cleaver, das elegante Café Parisien, das markante Ocean Building sowie das imposante Gebäude der Ulster Bank. Wer gerne Architektur entdeckt, sollte sich für diesen Spaziergang etwas Zeit nehmen, denn an fast jeder Ecke gibt es interessante Details zu entdecken. Besonders ins Auge fällt auch das Yorkshire House. Das Gebäude wurde ursprünglich als Lagerhaus für die florierende Leinenindustrie genutzt und beherbergt heute ein Hotel. Ein Blick nach oben lohnt sich: An der Fassade sind zahlreiche Köpfe berühmter Persönlichkeiten zu sehen.

Nach der Bustour beschließen wir, unsere Erkundung rund um die City Hall zu beginnen.

Schon von außen ist das Gebäude beeindruckend. Vor dem Eingang steht die Statue von Königin Victoria, die viele Jahre lang das Vereinigte Königreich regierte und deren Herrschaft die Entwicklung Belfasts stark prägte.

Rund um die City Hall findet man außerdem weitere Denkmäler bedeutender Persönlichkeiten der Stadtgeschichte. Besonders aufgefallen sind uns die Statuen von Winifred Carney, einer irischen Republikanerin, Gewerkschafterin und Frauenrechtlerin, sowie Mary Ann McCracken, die sich für soziale Gerechtigkeit, Bildung und die Abschaffung der Sklaverei einsetzte.

Gleich daneben befindet sich der Titanic Memorial Garden. Hier erinnern eine Statue und ein großer Gedenkstein an die Menschen, die beim Untergang der Titanic ihr Leben verloren. Auf dem Stein sind die Namen aller Opfer verewigt – ein bewegender Ort zum Innehalten.

Anschließend geht es in die City Hall, und diesen Besuch solltet ihr auf keinen Fall verpassen. Schwarzer und weißer Marmor, eine riesige Kuppel und zahlreiche kunstvolle Details machen das Gebäude zu etwas Besonderem. Besonders beeindruckt haben uns die wunderschönen Bleiglasfenster. Jedes erzählt seine eigene Geschichte: Es gibt Fenster zum Gedenken an die Opfer von Typhus und Cholera in Belfast, an den Streik der Hafenarbeiter und viele weitere bedeutende Ereignisse der Stadtgeschichte. Mein persönlicher Favorit war jedoch das farbenfrohe Pride-Fenster.

Tag 2: beginnt mit einer Hop-on-Hop-off-Bustour. Es gibt zwei verschiedene Touren: Eine mit Live-Kommentator – für diese haben wir uns entschieden – und eine klassische Variante mit Kopfhörern in verschiedenen Sprachen.

Ich muss allerdings gestehen, dass mein Englisch doch nicht gut genug ist, um alle Witze des Kommentators zu verstehen. Die Fahrgäste, die ihn verstanden haben, hatten aber sichtlich ihren Spaß.

Die Busse fahren nur alle 30 Minuten und zudem nur bis 17 Uhr. Dadurch wird es etwas knapp, wenn man unterwegs mehrmals aus- und wieder einsteigen möchte. Deshalb sind wir zunächst die komplette Strecke gefahren, um uns einen Überblick zu verschaffen und zu entscheiden, welche Sehenswürdigkeiten wir später noch in Ruhe anschauen möchten.

Tag 1:

Wie schon gesagt, sind wir am ersten Tag zu Fuß in die Stadt gelaufen. Unser Weg führte immer am Fluss Lagan entlang bis zur Queen’s Bridge. Der Lagan war früher die Lebensader Belfasts und spielte vor allem für den Schiffbau eine wichtige Rolle.

 

Direkt an der Brücke steht die „Beacon of Hope“, eine moderne Skulptur, die als Symbol für den Aufbruch und die positive Entwicklung der Stadt gilt.

 

Hier entdeckten wir auch eines der ersten Murals, wie die beeindruckenden Street-Art-Bilder in Belfast genannt werden.

 

Ein echter Hingucker ist der „Big Fish“. Die riesige Fischskulptur besteht aus über 300 Keramikfliesen, auf denen die Geschichte Belfasts erzählt wird. Im Inneren befindet sich sogar eine kleine Zeitkapsel.

 

Im Hintergrund sind bereits die berühmten gelben Kräne der Werft Harland & Wolff zu sehen. Samson und Goliath gehören heute zu den bekanntesten Wahrzeichen Belfasts und erinnern an die große Schiffbautradition der Stadt.

Vor dem historischen Custom House steht die lebensgroße Bronzefigur „The Speaker“. Sie erinnert an die vielen öffentlichen Versammlungen und Reden, die früher auf dem Custom House Square stattfanden.

 

Nur wenige Schritte weiter steht der Albert Memorial Clock Tower, der oft als Belfasts „kleiner Big Ben“ bezeichnet wird. Der 35 Meter hohe Uhrturm wurde zu Ehren von Prinz Albert errichtet. Berühmt ist er aber nicht nur wegen seines Aussehens, sondern auch wegen seiner Schieflage. Da der Turm auf weichem Moor- und Schwemmland gebaut wurde, hat er sich im Laufe der Jahre leicht geneigt – ganz ähnlich wie der Schiefe Turm von Pisa. Heute gehört er zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt.

 

Nun liefen wir durch die erste richtig urige Straße mit vielen bunten Häusern und gemütlichen vielen Restaurants. 

 

Am Ende der Straße gelangt man zum Jaffe Memorial Fountain vor dem Rathaus von Belfast. Der auffällige Brunnen im viktorianischen Stil ist ein beliebter Treffpunkt und ein echter Hingucker im Stadtzentrum.

 

Danach schauten wir noch im Einkaufszentrum Victoria Square vorbei. Von der gläsernen Kuppel hat man normalerweise einen tollen Blick über Belfast. Leider war die Aussichtsplattform während unseres gesamten Aufenthalts gesperrt. Natürlich haben wir unser Glück jeden Tag erneut versucht – aber leider ohne Erfolg.

Zum Abschluss des Tages zeige ich euch noch ein paar der Murals, an denen wir im Laufe des Tages vorbeigekommen sind. 

 

Danach ließen wir den Abend mit einem Sandwich, Chips und dem obligatorischen Guinness ausklingen – schließlich muss man sich ja den lokalen Gepflogenheiten anpassen.

14 Tage Irland – zurück auf die grüne Insel

Manche Reiseziele lassen einen einfach nicht mehr los – und für uns gehört Irland definitiv dazu. Nachdem wir bereits 2014 gleich zweimal die grüne Insel besucht hatten, war schnell klar: Wir müssen wieder hin. Wir lieben die beeindruckenden Landschaften, die entspannte Atmosphäre und vor allem die herzlichen Menschen, die Irland für uns zu einem ganz besonderen Reiseziel machen.

 

Diesmal sollte es für 14 Tage in den Norden gehen. Besonders gespannt waren wir auf Belfast, denn die nordirische Hauptstadt hatten wir bisher noch nie besucht. Auch die wilde Nordwestküste stand schon lange auf unserer Wunschliste. Die Route war also schnell gefunden, und die Vorfreude auf neue Entdeckungen entsprechend groß.

Bei der Reiseplanung fiel uns allerdings sofort auf, dass die Unterkünfte deutlich teurer waren als wir es von unseren früheren Reisen in Erinnerung hatten. Ob das schon damals so war oder die Preise in den letzten Jahren stark gestiegen sind, können wir nicht genau sagen. Jedenfalls wurde die Suche nach passenden Unterkünften stellenweise zu einer kleinen Herausforderung.

 

Auch die Anreise gestaltete sich diesmal etwas anders als gedacht. Von Süddeutschland aus gibt es aktuell keine Direktflüge nach Belfast, sodass wir uns für einen Flug von Frankfurt nach Dublin entschieden. Dort übernahmen wir unseren Mietwagen und fuhren weiter in Richtung Norden. Die Strecke nach Belfast dauert knapp zwei Stunden und führte uns bereits durch die ersten typisch irischen Landschaften. So begann unser Roadtrip praktisch direkt nach der Landung.

 

Wettertechnisch hatten wir diesmal leider nicht das große Los gezogen. Es verging wirklich kein einziger Tag ohne Regen. Oft wechselten sich Sonnenschein und kräftige Schauer im Minutentakt ab – typisch Irland eben. Zum Glück gab es zwischen den Regengüssen immer wieder trockene Phasen, sodass wir trotzdem viel unternehmen konnten. Einige Pläne mussten wir zwar ändern, aber das gehört auf der grünen Insel irgendwie einfach dazu.

 

Für unsere Reise nach Nordirland hatten wir uns vorsorglich auch die mittlerweile erforderliche ETA (Electronic Travel Authorisation) besorgt. Da wir nicht genau wussten, wie die Einreise zwischen der Republik Irland und dem Vereinigten Königreich kontrolliert wird, wollten wir auf Nummer sicher gehen. Tatsächlich bemerkten wir den Grenzübertritt jedoch kaum. Zwischen Dublin und Belfast gibt es keine festen Grenzkontrollen, und auch während unserer gesamten Reise wurden wir nirgendwo kontrolliert. Ohne die Straßenschilder und die Umstellung von Kilometern auf Meilen würde man den Wechsel nach Nordirland teilweise gar nicht bemerken. Trotzdem ist die ETA für die Einreise nach Nordirland vorgeschrieben und sollte vor Reiseantritt rechtzeitig beantragt werden.

 

Trotz allem hat uns Irland erneut begeistert. Die spektakulären Küsten, die grünen Landschaften und die besondere Gelassenheit des Landes machten auch diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Kommt mit auf unseren zweiwöchigen Roadtrip durch Belfast und den faszinierenden Nordwesten der Insel!

Belfast ist aktuell leider immer wieder mit weniger schönen Schlagzeilen in den Medien präsent. Umso überraschter waren wir, wie gut uns die Stadt gefallen hat. Sicher, Belfast hat auch einige raue und schmuddelige Ecken, die Geschichte der Stadt ist vielerorts sichtbar und nicht alles wirkt geschniegelt und geschniegelt. Aber genau das macht für uns einen Teil ihres Charmes aus. Die Stadt hat eine ganz besondere Atmosphäre, die sich nur schwer beschreiben lässt. Irgendwie wirkte alles entspannter, gemütlicher und weniger hektisch als in anderen Großstädten.

 

Besonders angenehm fanden wir, dass Belfast längst nicht so überlaufen war, wie wir es beispielsweise vor einigen Jahren in Dublin erlebt hatten. Man konnte die Stadt in Ruhe erkunden, ohne sich ständig durch Menschenmassen schieben zu müssen. Vielleicht war es genau diese Mischung aus Geschichte, Charakter und Gelassenheit, die dafür sorgte, dass wir uns hier vom ersten Moment an wohlgefühlt haben.

 

Als großer Fan von Streetart war Belfast für mich natürlich ein echtes Highlight. Überall in der Stadt finden sich beeindruckende Wandgemälde, die nicht nur kunstvoll gestaltet sind, sondern oft auch die bewegte Geschichte Nordirlands erzählen. Allein dafür lohnt sich ein Besuch schon.

 

Für unsere vier Tage in Belfast hatten wir eine schöne Ferienwohnung etwas außerhalb des Stadtzentrums gebucht. Zu Fuß benötigte man etwa 25 Minuten bis in die Innenstadt. Diese Strecke sind wir allerdings nur einmal gelaufen, denn bei einem Städtetrip kommen ohnehin schnell einige Kilometer zusammen.

 

Praktisch war die gute Busanbindung direkt in der Nähe unserer Unterkunft. Die  rosafarbenen Doppeldeckerbusse lassen sich ganz unkompliziert nutzen: Einfach die EC- oder Kreditkarte beim Einsteigen an das Lesegerät halten und der Fahrpreis wird automatisch berechnet. Wer mehrfach am Tag fährt, zahlt dabei nie mehr als den Preis eines Tagestickets von aktuell 5 Pfund. Alternativ können Tickets auch direkt beim Fahrer gekauft werden.

Bei den modernen lilafarbenen Glider-Bussen funktioniert das etwas anders. Hier muss das Ticket vor Fahrtantritt an einem Automaten gekauft werden. Wir haben uns für ein Tagesticket entschieden, das sowohl in den Doppeldeckerbussen als auch in den Glidern gültig war. Damit konnten wir Belfast bequem und unkompliziert erkunden.

 

 

 

 

 

 

Die Wandersteine habe ich für unseren Irland Urlaub bemalt.

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Bullet Journal Seite Mai

Marburg

Schon die Anfahrt nach Marburg ist irgendwie besonders. Wenn man von Weitem das Schloss oben auf dem Berg entdeckt, bekommt man direkt Lust, die Stadt zu erkunden.

Geparkt haben wir an der Uni auf einem Parkplatz – das war tatsächlich die günstigste Möglichkeit und außerdem auch noch ziemlich praktisch. Von dort aus konnte man gut in die Altstadt laufen.

 

Was man allerdings wissen sollte: Marburg ist definitiv nichts für Treppenmuffel. Die Stadt geht ordentlich bergauf und bergab, mit vielen kleinen Gassen, Stufen und steilen Wegen. Es gibt zwar auch Aufzüge, die Ober- und Unterstadt verbinden, aber wir sind meistens einfach gelaufen. Gerade dadurch entdeckt man ständig irgendwo wieder schöne Ecken, kleine Fachwerkhäuser oder tolle Ausblicke.

 

Wir sind den Grimm-Dich-Pfad entlanggeschlendert, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Überall tauchen kleine Hinweise auf die Brüder Grimm und ihre Märchen auf. Die Brüder Grimm haben nämlich in Marburg studiert und hier einige prägende Jahre verbracht.

 

Ganz ehrlich? Die Figuren und Skulpturen entlang des Weges könnten inzwischen mal ein kleines Update vertragen. Man merkt schon, dass sie nicht mehr ganz neu sind. Da wäre bestimmt noch Luft nach oben, um das Ganze etwas moderner und liebevoller zu gestalten. Trotzdem macht der Weg Spaß und ist eine schöne Möglichkeit, die Stadt kennenzulernen.

 

Gestartet haben wir an der Elisabethkirche. Die Kirche ist wirklich beeindruckend und zählt zu den wichtigsten gotischen Kirchen Deutschlands. Sie wurde zu Ehren der heiligen Elisabeth gebaut, die in Marburg gelebt und sich damals um Arme und Kranke gekümmert hat. Hier befindet sich auch der berühmte Schrein mit den Gebeinen der heiligen Elisabeth.

Leider wird die Kirche innen gerade renoviert, sodass man momentan nicht alles besichtigen kann. 

 

Besonders spannend fanden wir die sehr modern aussehende Orgel, die einen interessanten Kontrast zur alten Kirche bildet.

 

Und es lohnt sich auf jeden Fall auch, einmal außen um das Gelände der Kirche herumzugehen. Von dort hat man nochmal ganz andere Blickwinkel auf die Kirche und entdeckt viele schöne Details.

 

Rund um die Elisabethkirche stehen außerdem noch einige interessante Gebäude. Direkt daneben befindet sich zum Beispiel das ehemalige Deutschordenshaus, das früher zum Deutschen Orden gehörte und heute unter anderem von der Universität genutzt wird. Auch die alten Gebäude des ehemaligen Elisabethhospitals erinnern noch daran, dass die heilige Elisabeth hier Kranke und Bedürftige versorgt hat.

Weiter ging es dann durch das Gebäude der Universitätsbibliothek. Das Gebäude fanden wir wirklich spannend, denn es wirkt fast wie „ein Gebäude im Gebäude“. Die moderne Architektur mit den offenen Bereichen, Glasfronten und den unterschiedlichen Ebenen ist schon etwas Besonderes. Die Marburger Universitätsbibliothek gehört übrigens zur Philipps-Universität, die bereits 1527 gegründet wurde und damit zu den ältesten protestantischen Universitäten Deutschlands zählt.

 

Direkt vor der Bibliothek entdeckten wir dann noch eine ziemlich lustige Bank in Form einer Wippe. Wirklich eine witzige Idee und definitiv ein kleiner Hingucker.

 

Und dann ist man auch schon fast im Alten Botanischen Garten. Dort steht unter anderem der Fisch aus dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“, der ebenfalls Teil des Grimm-Dich-Pfades ist.

Weiter ging es dann zur Mauer am Steinweg. Dort erwartet euch der Wolf und die sieben Geißlein – na ja, genau genommen sind es erstmal nur sechs. Wenn ihr dann weiter durch die Straße schlendert, entdeckt ihr irgendwann an der Touristeninformation das siebte Geißlein im Uhrenkasten. Eine wirklich süße Idee.

 

Überhaupt befindet man sich dort schon in einer der schönsten Straßen Marburgs. Überall gibt es kleine, besondere Geschäfte, gemütliche Cafés und wunderschöne Fachwerkhäuser. Man sollte hier auf jeden Fall nicht einfach nur durchlaufen, denn an jeder Ecke gibt es wieder irgendetwas zu entdecken.

Weiter geht es irgendwann mit dem Froschkönig, der ebenfalls Teil des Grimm-Dich-Pfades ist. So läuft man Stück für Stück weiter durch die Altstadt und entdeckt immer wieder kleine Märchenfiguren und Details.

 

Kurz darauf kommt man zur Universitätskirche, an der sich Sterntaler befindet. Die Kirche solltet ihr euch auf jeden Fall auch von innen anschauen, denn sie hat eine wirklich wunderschöne und auffällige Decke.

 

Der Platz rund um die Kirche lädt außerdem wunderbar zum Verweilen ein. Dort stehen einige besondere Stühle und kleine Bücher- beziehungsweise Denkmalobjekte

Nun geht es weiter hinauf zum Marktplatz. Der ist wirklich wunderschön, auch wenn er oft sehr belebt ist. Hier steht das historische Rathaus mit seiner markanten Fassade und seinem Glockenspiel, und an einem der Häuser entdeckt man die Fliegen aus dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein“.

 

Ein Stück weiter in Richtung Schlossberg findet man den Korb von Rotkäppchen. Dieser ist allerdings etwas versteckt und leider inzwischen auch beschädigt.

 

Dann beginnt der eigentliche Aufstieg zum Schloss. Es geht immer weiter bergauf, vorbei am Spiegel aus Schneewittchen, der sich gut in die Umgebung einfügt und deutlich sichtbar ist. Kurz bevor man ganz oben ankommt, entdeckt man noch den goldenen Schuh von Aschenputtel.

Der Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall, denn oben angekommen wird man mit einem fantastischen Blick über Marburg belohnt.

Nach einer kurzen Pause ging es dann noch weiter hinunter an die Lahn. Dort ist es wirklich sehr gemütlich, direkt am Fluss entlang zu spazieren. Man kann hier auch Tret- und Ruderboote mieten. An diesem Tag war es allerdings schon sehr voll, und der Weg wird ohnehin auch von Radfahrern genutzt, sodass es insgesamt recht trubelig war.

 

Von fast überall in der Stadt aus sieht man den Kaiser-Wilhelm-Turm. Da wir noch Zeit und Lust hatten, sind wir später noch mit dem Auto hinaufgefahren. Von dort oben hat man ebenfalls einen tollen Blick über Marburg und die umliegende Landschaft.

 

Da es uns in Marburg insgesamt einfach zu voll war, haben wir beschlossen, wieder zurück in unsere Lodge zu fahren und dort zu essen. Schon am Vortag hatte uns das Essen dort sehr gut gefallen, und wir wurden auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Am nächsten Vormittag waren wir noch etwa zwei Stunden im Botanischen Garten der Universität, etwas außerhalb von Marburg.

Ganz nett war es grundsätzlich schon, aber ehrlich gesagt wäre es ohne die blühenden Rhododendren vermutlich eher kein richtiger Ausflugshighlight gewesen. Die Gewächshäuser waren während unseres Besuchs leider geschlossen, und auch insgesamt wirkten die Beete teilweise etwas ungepflegt – da ist definitiv noch Luft nach oben.

Grundsätzlich ist die Anlage aber gut gedacht und hat schöne Bereiche. Besonders das Arboretum hat uns gut gefallen, mit vielen alten und beeindruckenden Bäumen. Auch der Farngarten war wirklich schön angelegt und hatte eine ruhige, fast verwunschene Atmosphäre.

Trotzdem bleibt am Ende der Eindruck, dass der Garten sein Potenzial noch nicht ganz ausschöpft. Für uns war es daher eher ein „einmal gesehen reicht“-Besuch, auch wenn einzelne Bereiche durchaus sehenswert sind.

Kleiner Ausflug nach Marburg – diesmal mit einem Auto von Stadtmobil. Damit ist man doch ein bisschen flexibler. Da wir erst ab 15 Uhr in unsere Unterkunft konnten, hatten wir unterwegs noch jede Menge Zeit. Unser erster Halt war deshalb Bad Nauheim – da wollte ich schon lange mal hin.

 

Bad Nauheim war Ende der 1950er-Jahre tatsächlich ein wichtiger Ort in Elvis’ Leben: Während seiner Zeit bei der US-Armee war er in Deutschland stationiert und wohnte zeitweise genau dort in der Villa Grunewald. In dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Priscilla kennen. Noch heute erinnern viele Orte in der Stadt an seinen Aufenthalt – deshalb ist Bad Nauheim für Fans aus aller Welt ein kleines Pilgerziel geworden.

 

Die Stadt lebt spürbar von und mit Elvis. Bei „Frau Zuckerbrötchen“ habe ich vorab viele interessante Infos gefunden, die perfekt auf den Besuch eingestimmt haben. Geparkt haben wir so praktisch, dass wir ganz zufällig direkt an der Brücke mit der Elvis-Statue und der Bank vorbeikamen.

Dann ging es weiter zur Dankeskirche, die leider erst später öffnete. Anschließend machten wir noch einen Abstecher zur Elvis-Bushaltestelle und spazierten durch den wunderschönen Kurpark.

Oben am Kurhaus findet ihr dann den Elvis-Presley-Platz sowie das Hotel Villa Grunewald, in dem Elvis wohl einige Zeit verbracht hat. Davor steht auch eine Büste von ihm, an der Fans immer wieder kleine Erinnerungsstücke ablegen.

Natürlich versucht hier gefühlt jeder, ein kleines Stück vom Elvis-Kuchen abzubekommen. An allen Ecken blitzt euch der King entgegen – mal dezent, mal mit ordentlich Hüftschwung. Mal als Stadtführung, mal als Burger – und im Zweifel sogar auf dem Regenschirm. Aber ganz ehrlich: Es passt irgendwie einfach dazu. Und seien wir mal ehrlich – ein bisschen Elvis geht doch immer

Und schon seid ihr fast an der Burgpforte angekommen – genau dort entstand das Foto für das Plattencover „A Big Hunk O’ Love“.

Im Café Bienkorb soll es früher – und angeblich sogar heute noch – eine Schokoladentorte geben, die zu Elvis’ 24. Geburtstag gebacken wurde. In dem Haus in der Goethestraße 14 hat er nach seiner Zeit im Hotel Grunewald eine Weile gewohnt.

Schaut euch das Haus aber bitte nur aus der Ferne an – es ist ein ganz normales Wohnhaus. Und ich glaube, ich fände es auch nicht besonders lustig, wenn ständig Fans davor stehen würden.

Ihr habt ja sicher schon in den letzten Berichten gemerkt, dass ich ein Faible für diese außergewöhnlichen Ampeln habe. In Bad Nauheim gibt es nämlich nicht nur die Elvis-Ampel, sondern auch eine Kneipp-Ampel.

Dann ging es noch zu einem der fünf Gradierwerke in Bad Nauheim. Diese historischen Anlagen dienen heute der Gesundheit und Entspannung: Durch die herabrieselnde Sole entsteht eine salzhaltige Luft, die fast wie eine frische Meeresbrise wirkt.

 

Ganz in der Nähe befindet sich außerdem das Herzforschungsinstitut, das sich mit moderner Herz-Kreislauf-Forschung beschäftigt.

 

Der Sprudelhof ist aktuell leider wegen Sanierung geschlossen. Trotzdem bleibt er ein echtes Highlight – das größte geschlossene Jugendstilensemble Europas. Schon von außen sieht man, wie besonders die Anlage ist, und überall stecken diese kleinen Details, die man beim zweiten Blick erst richtig entdeckt.

Wer Lust hat, kann in Bad Nauheim auch einfach einen Jugendstil-Rundgang machen und noch mehr davon aufspüren – die Stadt ist voll davon und wirkt an vielen Ecken wie ein kleines Zeitreise-Set.

Da wir noch ein bisschen Zeit hatten, haben wir noch einen kurzen Halt in Butzbach gemacht.

Butzbach ist eine hübsche kleine Altstadt mit richtig viel Fachwerk-Charme. Besonders schön ist der Marktplatz, der von alten, gut erhaltenen Fachwerkhäusern eingerahmt wird.

Die Markuskirche in Butzbach steht etwas erhöht in der Altstadt und prägt mit ihrer schlichten, historischen Optik das Stadtbild.

Der Turm an der Stadtmauer heißt Saaleturm. Er ist ein Rest der alten Befestigung und erinnert daran, dass Butzbach früher eine richtige kleine Festungsstadt war.

 

Sehenswert sind auch die Schwibbogenhäuser in der Stadtmauer. Das sind richtig besondere Wohnungen, die direkt in bzw. auf die alte Stadtmauer gebaut sind – mit diesen typischen Bögen, die man schon von außen gut erkennt.

Und das Verrückte: Da wohnen tatsächlich ganz normale Leute drin. Eine der Wohnungen kann man sogar als Ferienwohnung mieten – also einmal „wohnen in der Stadtmauer“ inklusive mittelalterlichem Flair.

Da wir in Marburg kein Hotel mehr bekommen haben, sind wir nach Gladenbach ausgewichen und haben dort in den Jeddelohs Lodges übernachtet – ein echter Glücksgriff.

Mir war gar nicht klar, dass Marburg so ein Touristen-Hotspot ist. Umso entspannter war es, abends dem Trubel zu entkommen und in unserem kleinen, gemütlichen Häuschen zur Ruhe zu kommen. Auch das Essen im dazugehörigen Restaurant war richtig gut.

Wer also mal eine kleine, feine Auszeit sucht, ist dort wirklich bestens aufgehoben – kann ich nur empfehlen.

Tag 3

Heute sind wir wieder an den Landungsbrücken gestartet und haben uns auf den Weg in Richtung Dietmar-Koel-Straße gemacht. Dort stehen gleich vier skandinavische Seemannskirchen, die man auf den ersten Blick fast gar nicht erwartet.

Die Kirchen – jeweils aus Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark – sind kleine, aber sehr besondere Anlaufstellen für Seeleute und Reisende aus den jeweiligen Ländern. Sie bieten nicht nur einen Ort der Ruhe mitten in der Stadt, sondern auch ein Stück Heimat für alle, die sonst lange auf See unterwegs sind.

 

Die Straße ist gleichzeitig auch die Hauptachse durch das Portugiesenviertel – ein Viertel, das mit seinen vielen Restaurants, kleinen Läden und dem entspannten Flair einen ganz eigenen Charakter hat.

Mein persönliches Highlight war der Laden von Frank Bürmann, wo ich mich direkt in ein T-Shirt mit Möwenmotiv verliebt habe und es natürlich auch gekauft habe. Es gibt dort aber noch so viele andere tolle Sachen – wirklich kreativ, oft mit maritimen Motiven und einem Augenzwinkern gestaltet. Wenn ihr also mal dort seid, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.

Dann fahren wir mit der Bahn nochmal zum begrünten Bunker. Diesmal gibt es zum Glück keine lange Schlange, und wir gehen direkt hoch.

Und es hat sich wirklich gelohnt: Der Bunker ist heute viel mehr als nur ein historisches Gebäude. Innen gibt es Restaurants, Veranstaltungsflächen und sogar ein Hotel – alles modern in die alte Bausubstanz integriert.

Das absolute Highlight ist aber die Aussicht von oben. Die ist wirklich beeindruckend und nochmal ganz anders als der Blick von der Elbphilharmonie.

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