Kleiner Ausflug nach Marburg – diesmal mit einem Auto von Stadtmobil. Damit ist man doch ein bisschen flexibler. Da wir erst ab 15 Uhr in unsere Unterkunft konnten, hatten wir unterwegs noch jede Menge Zeit. Unser erster Halt war deshalb Bad Nauheim – da wollte ich schon lange mal hin.
Bad Nauheim war Ende der 1950er-Jahre tatsächlich ein wichtiger Ort in Elvis’ Leben: Während seiner Zeit bei der US-Armee war er in Deutschland stationiert und wohnte zeitweise genau dort in der Villa Grunewald. In dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Priscilla kennen. Noch heute erinnern viele Orte in der Stadt an seinen Aufenthalt – deshalb ist Bad Nauheim für Fans aus aller Welt ein kleines Pilgerziel geworden.
Die Stadt lebt spürbar von und mit Elvis. Bei „Frau Zuckerbrötchen“ habe ich vorab viele interessante Infos gefunden, die perfekt auf den Besuch eingestimmt haben. Geparkt haben wir so praktisch, dass wir ganz zufällig direkt an der Brücke mit der Elvis-Statue und der Bank vorbeikamen.
Dann ging es weiter zur Dankeskirche, die leider erst später öffnete. Anschließend machten wir noch einen Abstecher zur Elvis-Bushaltestelle und spazierten durch den wunderschönen Kurpark.
Oben am Kurhaus findet ihr dann den Elvis-Presley-Platz sowie das Hotel Villa Grunewald, in dem Elvis wohl einige Zeit verbracht hat. Davor steht auch eine Büste von ihm, an der Fans immer wieder kleine Erinnerungsstücke ablegen.
Natürlich versucht hier gefühlt jeder, ein kleines Stück vom Elvis-Kuchen abzubekommen. An allen Ecken blitzt euch der King entgegen – mal dezent, mal mit ordentlich Hüftschwung. Mal als Stadtführung, mal als Burger – und im Zweifel sogar auf dem Regenschirm. Aber ganz ehrlich: Es passt irgendwie einfach dazu. Und seien wir mal ehrlich – ein bisschen Elvis geht doch immer
Und schon seid ihr fast an der Burgpforte angekommen – genau dort entstand das Foto für das Plattencover „A Big Hunk O’ Love“.
Im Café Bienkorb soll es früher – und angeblich sogar heute noch – eine Schokoladentorte geben, die zu Elvis’ 24. Geburtstag gebacken wurde. In dem Haus in der Goethestraße 14 hat er nach seiner Zeit im Hotel Grunewald eine Weile gewohnt.
Schaut euch das Haus aber bitte nur aus der Ferne an – es ist ein ganz normales Wohnhaus. Und ich glaube, ich fände es auch nicht besonders lustig, wenn ständig Fans davor stehen würden.
Ihr habt ja sicher schon in den letzten Berichten gemerkt, dass ich ein Faible für diese außergewöhnlichen Ampeln habe. In Bad Nauheim gibt es nämlich nicht nur die Elvis-Ampel, sondern auch eine Kneipp-Ampel.
Dann ging es noch zu einem der fünf Gradierwerke in Bad Nauheim. Diese historischen Anlagen dienen heute der Gesundheit und Entspannung: Durch die herabrieselnde Sole entsteht eine salzhaltige Luft, die fast wie eine frische Meeresbrise wirkt.
Ganz in der Nähe befindet sich außerdem das Herzforschungsinstitut, das sich mit moderner Herz-Kreislauf-Forschung beschäftigt.
Der Sprudelhof ist aktuell leider wegen Sanierung geschlossen. Trotzdem bleibt er ein echtes Highlight – das größte geschlossene Jugendstilensemble Europas. Schon von außen sieht man, wie besonders die Anlage ist, und überall stecken diese kleinen Details, die man beim zweiten Blick erst richtig entdeckt.
Wer Lust hat, kann in Bad Nauheim auch einfach einen Jugendstil-Rundgang machen und noch mehr davon aufspüren – die Stadt ist voll davon und wirkt an vielen Ecken wie ein kleines Zeitreise-Set.
Da wir noch ein bisschen Zeit hatten, haben wir noch einen kurzen Halt in Butzbach gemacht.
Butzbach ist eine hübsche kleine Altstadt mit richtig viel Fachwerk-Charme. Besonders schön ist der Marktplatz, der von alten, gut erhaltenen Fachwerkhäusern eingerahmt wird.
Die Markuskirche in Butzbach steht etwas erhöht in der Altstadt und prägt mit ihrer schlichten, historischen Optik das Stadtbild.
Der Turm an der Stadtmauer heißt Saaleturm. Er ist ein Rest der alten Befestigung und erinnert daran, dass Butzbach früher eine richtige kleine Festungsstadt war.
Sehenswert sind auch die Schwibbogenhäuser in der Stadtmauer. Das sind richtig besondere Wohnungen, die direkt in bzw. auf die alte Stadtmauer gebaut sind – mit diesen typischen Bögen, die man schon von außen gut erkennt.
Und das Verrückte: Da wohnen tatsächlich ganz normale Leute drin. Eine der Wohnungen kann man sogar als Ferienwohnung mieten – also einmal „wohnen in der Stadtmauer“ inklusive mittelalterlichem Flair.