Heike`s Stempel und Bastelstube.....Reisen und das Leben genießen
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Marburg Mai 2026

Schon die Anfahrt nach Marburg ist irgendwie besonders. Wenn man von Weitem das Schloss oben auf dem Berg entdeckt, bekommt man direkt Lust, die Stadt zu erkunden.

Geparkt haben wir an der Uni auf einem Parkplatz – das war tatsächlich die günstigste Möglichkeit und außerdem auch noch ziemlich praktisch. Von dort aus konnte man gut in die Altstadt laufen.

 

Was man allerdings wissen sollte: Marburg ist definitiv nichts für Treppenmuffel. Die Stadt geht ordentlich bergauf und bergab, mit vielen kleinen Gassen, Stufen und steilen Wegen. Es gibt zwar auch Aufzüge, die Ober- und Unterstadt verbinden, aber wir sind meistens einfach gelaufen. Gerade dadurch entdeckt man ständig irgendwo wieder schöne Ecken, kleine Fachwerkhäuser oder tolle Ausblicke.

 

Wir sind den Grimm-Dich-Pfad entlanggeschlendert, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt. Überall tauchen kleine Hinweise auf die Brüder Grimm und ihre Märchen auf. Die Brüder Grimm haben nämlich in Marburg studiert und hier einige prägende Jahre verbracht.

 

Ganz ehrlich? Die Figuren und Skulpturen entlang des Weges könnten inzwischen mal ein kleines Update vertragen. Man merkt schon, dass sie nicht mehr ganz neu sind. Da wäre bestimmt noch Luft nach oben, um das Ganze etwas moderner und liebevoller zu gestalten. Trotzdem macht der Weg Spaß und ist eine schöne Möglichkeit, die Stadt kennenzulernen.

 

Gestartet haben wir an der Elisabethkirche. Die Kirche ist wirklich beeindruckend und zählt zu den wichtigsten gotischen Kirchen Deutschlands. Sie wurde zu Ehren der heiligen Elisabeth gebaut, die in Marburg gelebt und sich damals um Arme und Kranke gekümmert hat. Hier befindet sich auch der berühmte Schrein mit den Gebeinen der heiligen Elisabeth.

Leider wird die Kirche innen gerade renoviert, sodass man momentan nicht alles besichtigen kann. 

 

Besonders spannend fanden wir die sehr modern aussehende Orgel, die einen interessanten Kontrast zur alten Kirche bildet.

 

Und es lohnt sich auf jeden Fall auch, einmal außen um das Gelände der Kirche herumzugehen. Von dort hat man nochmal ganz andere Blickwinkel auf die Kirche und entdeckt viele schöne Details.

 

Rund um die Elisabethkirche stehen außerdem noch einige interessante Gebäude. Direkt daneben befindet sich zum Beispiel das ehemalige Deutschordenshaus, das früher zum Deutschen Orden gehörte und heute unter anderem von der Universität genutzt wird. Auch die alten Gebäude des ehemaligen Elisabethhospitals erinnern noch daran, dass die heilige Elisabeth hier Kranke und Bedürftige versorgt hat.

Weiter ging es dann durch das Gebäude der Universitätsbibliothek. Das Gebäude fanden wir wirklich spannend, denn es wirkt fast wie „ein Gebäude im Gebäude“. Die moderne Architektur mit den offenen Bereichen, Glasfronten und den unterschiedlichen Ebenen ist schon etwas Besonderes. Die Marburger Universitätsbibliothek gehört übrigens zur Philipps-Universität, die bereits 1527 gegründet wurde und damit zu den ältesten protestantischen Universitäten Deutschlands zählt.

 

Direkt vor der Bibliothek entdeckten wir dann noch eine ziemlich lustige Bank in Form einer Wippe. Wirklich eine witzige Idee und definitiv ein kleiner Hingucker.

 

Und dann ist man auch schon fast im Alten Botanischen Garten. Dort steht unter anderem der Fisch aus dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“, der ebenfalls Teil des Grimm-Dich-Pfades ist.

Weiter ging es dann zur Mauer am Steinweg. Dort erwartet euch der Wolf und die sieben Geißlein – na ja, genau genommen sind es erstmal nur sechs. Wenn ihr dann weiter durch die Straße schlendert, entdeckt ihr irgendwann an der Touristeninformation das siebte Geißlein im Uhrenkasten. Eine wirklich süße Idee.

 

Überhaupt befindet man sich dort schon in einer der schönsten Straßen Marburgs. Überall gibt es kleine, besondere Geschäfte, gemütliche Cafés und wunderschöne Fachwerkhäuser. Man sollte hier auf jeden Fall nicht einfach nur durchlaufen, denn an jeder Ecke gibt es wieder irgendetwas zu entdecken.

Weiter geht es irgendwann mit dem Froschkönig, der ebenfalls Teil des Grimm-Dich-Pfades ist. So läuft man Stück für Stück weiter durch die Altstadt und entdeckt immer wieder kleine Märchenfiguren und Details.

 

Kurz darauf kommt man zur Universitätskirche, an der sich Sterntaler befindet. Die Kirche solltet ihr euch auf jeden Fall auch von innen anschauen, denn sie hat eine wirklich wunderschöne und auffällige Decke.

 

Der Platz rund um die Kirche lädt außerdem wunderbar zum Verweilen ein. Dort stehen einige besondere Stühle und kleine Bücher- beziehungsweise Denkmalobjekte

Nun geht es weiter hinauf zum Marktplatz. Der ist wirklich wunderschön, auch wenn er oft sehr belebt ist. Hier steht das historische Rathaus mit seiner markanten Fassade und seinem Glockenspiel, und an einem der Häuser entdeckt man die Fliegen aus dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein“.

 

Ein Stück weiter in Richtung Schlossberg findet man den Korb von Rotkäppchen. Dieser ist allerdings etwas versteckt und leider inzwischen auch beschädigt.

 

Dann beginnt der eigentliche Aufstieg zum Schloss. Es geht immer weiter bergauf, vorbei am Spiegel aus Schneewittchen, der sich gut in die Umgebung einfügt und deutlich sichtbar ist. Kurz bevor man ganz oben ankommt, entdeckt man noch den goldenen Schuh von Aschenputtel.

Der Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall, denn oben angekommen wird man mit einem fantastischen Blick über Marburg belohnt.

Nach einer kurzen Pause ging es dann noch weiter hinunter an die Lahn. Dort ist es wirklich sehr gemütlich, direkt am Fluss entlang zu spazieren. Man kann hier auch Tret- und Ruderboote mieten. An diesem Tag war es allerdings schon sehr voll, und der Weg wird ohnehin auch von Radfahrern genutzt, sodass es insgesamt recht trubelig war.

 

Von fast überall in der Stadt aus sieht man den Kaiser-Wilhelm-Turm. Da wir noch Zeit und Lust hatten, sind wir später noch mit dem Auto hinaufgefahren. Von dort oben hat man ebenfalls einen tollen Blick über Marburg und die umliegende Landschaft.

 

Da es uns in Marburg insgesamt einfach zu voll war, haben wir beschlossen, wieder zurück in unsere Lodge zu fahren und dort zu essen. Schon am Vortag hatte uns das Essen dort sehr gut gefallen, und wir wurden auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Am nächsten Vormittag waren wir noch etwa zwei Stunden im Botanischen Garten der Universität, etwas außerhalb von Marburg.

Ganz nett war es grundsätzlich schon, aber ehrlich gesagt wäre es ohne die blühenden Rhododendren vermutlich eher kein richtiger Ausflugshighlight gewesen. Die Gewächshäuser waren während unseres Besuchs leider geschlossen, und auch insgesamt wirkten die Beete teilweise etwas ungepflegt – da ist definitiv noch Luft nach oben.

Grundsätzlich ist die Anlage aber gut gedacht und hat schöne Bereiche. Besonders das Arboretum hat uns gut gefallen, mit vielen alten und beeindruckenden Bäumen. Auch der Farngarten war wirklich schön angelegt und hatte eine ruhige, fast verwunschene Atmosphäre.

Trotzdem bleibt am Ende der Eindruck, dass der Garten sein Potenzial noch nicht ganz ausschöpft. Für uns war es daher eher ein „einmal gesehen reicht“-Besuch, auch wenn einzelne Bereiche durchaus sehenswert sind.

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