Heike`s Stempel und Bastelstube.....Reisen und das Leben genießen
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Nordwest Irland Juni 2026

14 Tage Irland – zurück auf die grüne Insel

Manche Reiseziele lassen einen einfach nicht mehr los – und für uns gehört Irland definitiv dazu. Nachdem wir bereits 2014 gleich zweimal die grüne Insel besucht hatten, war schnell klar: Wir müssen wieder hin. Wir lieben die beeindruckenden Landschaften, die entspannte Atmosphäre und vor allem die herzlichen Menschen, die Irland für uns zu einem ganz besonderen Reiseziel machen.

 

Diesmal sollte es für 14 Tage in den Norden gehen. Besonders gespannt waren wir auf Belfast, denn die nordirische Hauptstadt hatten wir bisher noch nie besucht. Auch die wilde Nordwestküste stand schon lange auf unserer Wunschliste. Die Route war also schnell gefunden, und die Vorfreude auf neue Entdeckungen entsprechend groß.

Bei der Reiseplanung fiel uns allerdings sofort auf, dass die Unterkünfte deutlich teurer waren als wir es von unseren früheren Reisen in Erinnerung hatten. Ob das schon damals so war oder die Preise in den letzten Jahren stark gestiegen sind, können wir nicht genau sagen. Jedenfalls wurde die Suche nach passenden Unterkünften stellenweise zu einer kleinen Herausforderung.

 

Auch die Anreise gestaltete sich diesmal etwas anders als gedacht. Von Süddeutschland aus gibt es aktuell keine Direktflüge nach Belfast, sodass wir uns für einen Flug von Frankfurt nach Dublin entschieden. Dort übernahmen wir unseren Mietwagen und fuhren weiter in Richtung Norden. Die Strecke nach Belfast dauert knapp zwei Stunden und führte uns bereits durch die ersten typisch irischen Landschaften. So begann unser Roadtrip praktisch direkt nach der Landung.

 

Wettertechnisch hatten wir diesmal leider nicht das große Los gezogen. Es verging wirklich kein einziger Tag ohne Regen. Oft wechselten sich Sonnenschein und kräftige Schauer im Minutentakt ab – typisch Irland eben. Zum Glück gab es zwischen den Regengüssen immer wieder trockene Phasen, sodass wir trotzdem viel unternehmen konnten. Einige Pläne mussten wir zwar ändern, aber das gehört auf der grünen Insel irgendwie einfach dazu.

 

Für unsere Reise nach Nordirland hatten wir uns vorsorglich auch die mittlerweile erforderliche ETA (Electronic Travel Authorisation) besorgt. Da wir nicht genau wussten, wie die Einreise zwischen der Republik Irland und dem Vereinigten Königreich kontrolliert wird, wollten wir auf Nummer sicher gehen. Tatsächlich bemerkten wir den Grenzübertritt jedoch kaum. Zwischen Dublin und Belfast gibt es keine festen Grenzkontrollen, und auch während unserer gesamten Reise wurden wir nirgendwo kontrolliert. Ohne die Straßenschilder und die Umstellung von Kilometern auf Meilen würde man den Wechsel nach Nordirland teilweise gar nicht bemerken. Trotzdem ist die ETA für die Einreise nach Nordirland vorgeschrieben und sollte vor Reiseantritt rechtzeitig beantragt werden.

 

Trotz allem hat uns Irland erneut begeistert. Die spektakulären Küsten, die grünen Landschaften und die besondere Gelassenheit des Landes machten auch diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Kommt mit auf unseren zweiwöchigen Roadtrip durch Belfast und den faszinierenden Nordwesten der Insel!

Unsere Zeit in Belfast war so abwechslungsreich und voller Eindrücke, dass sie den Rahmen dieses Reiseberichts sprengen würde. Deshalb haben wir den Erlebnissen in der nordirischen Hauptstadt eine eigene Seite gewidmet. Schaut gerne vorbei – es gibt jede Menge zu entdecken! 

 

Hier geht es jetzt weiter mit dem Rest vom Roadtrip.

Tag 6:

Heute mussten wir Belfast leider verlassen und machten uns auf den Weg Richtung Norden nach Greencastle. Auf dieser Strecke gäbe es eigentlich noch einiges zu entdecken. Da wir viele der Sehenswürdigkeiten bereits 2014 besucht haben, haben wir diesmal darauf verzichtet. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann gerne in unserem Reisebericht von damals nachlesen. So waren wir bereits an der Carrick-a-Rede Rope Bridge, der Old Bushmills Distillery und natürlich am Giant’s Causeway.

 

Unser erstes Ziel war heute deshalb die berühmte Allee der Dark Hedges. Die von Buchen gesäumte Straße wurde im 18. Jahrhundert angelegt und zählt heute zu den meistfotografierten Orten Nordirlands. Bekannt wurde sie vor allem durch die Serie Game of Thrones, in der sie als „Kingsroad“ zu sehen ist.

 

Von dort ging es weiter zum Ballintoy Harbour. Auch hier wurden Szenen für Game of Thrones gedreht – Fans kennen den kleinen Hafen als einen Schauplatz der Eiseninseln und Heimat der Eisenmänner. Aber auch ohne die Serie lohnt sich ein Besuch: Die raue Küste, die Felsen und der Blick aufs Meer machen den Ort zu einem echten Highlight.

Weiter ging die Fahrt nach Dunluce und zum Aussichtspunkt bei Magheracross. Von hier hat man einen fantastischen Blick auf die Küste und das berühmte Dunluce Castle, das spektakulär auf den Klippen über dem Meer thront.

Anschließend mussten wir unbedingt einen Stopp am Whiterocks Beach einlegen. Während einer kurzen Regenpause nutzten wir die Gelegenheit für einen kleinen Strandspaziergang. Der feine Sandstrand, die beeindruckenden Kreidefelsen und die frische Meeresluft – einfach herrlich.

Nur wenig später erreichten wir mit dem Benone Beach den nächsten kilometerlangen Traumstrand. Ganz in der Nähe steht der Mussenden Temple, eines der bekanntesten Fotomotive Nordirlands. Der kleine Rundtempel wurde Ende des 18. Jahrhunderts erbaut und bietet zusammen mit den steilen Klippen einen großartigen Blick über die Küste.

Von Magilligan ging es schließlich bei strömendem Regen mit der Fähre nach Greencastle. So mussten wir nicht den langen Weg rund um den Lough Foyle fahren und waren deutlich schneller am Ziel.

Dort wurden wir mit einer traumhaften Unterkunft belohnt. Allein der Blick vom Bett durch die riesigen Fenster direkt aufs Meer war einfach perfekt – genau mein Ding.

Zum Abendessen fuhren wir nach Moville ins Rosato's Pub. Wir hatten großes Glück, überhaupt noch einen Tisch zu bekommen. In den nächsten Tagen sollte uns das leider nicht noch einmal gelingen. Das Essen war hervorragend und wir hatten mal Lust auf etwas anderes. Pizza und Lasagne standen auf dem Tisch, und besonders die Lasagne war richtig lecker.

Als wir später zurückkamen, erwartete uns noch ein ganz besonderes Highlight: Ein wunderschöner Regenbogen spannte sich über die Bucht. Einen besseren Abschluss für diesen Tag kann man sich eigentlich kaum wünschen.

Tag 7:

Heute stand eine Rundfahrt über die Inishowen-Halbinsel auf dem Programm – und schon nach den ersten Kilometern waren wir begeistert. Die Straßen schlängeln sich durch die sanfte Hügellandschaft, sind teilweise so schmal, dass man kaum glauben kann, dass hier überhaupt Autos fahren. Doch genau das macht den besonderen Charme dieser Gegend aus. Hinter jeder Kurve wartet ein neuer Ausblick, und immer wieder öffnet sich der Blick auf den Atlantik.

 

Besonders überrascht haben mich die wild wachsenden Fuchsien am Straßenrand. Ihre leuchtenden Farben bilden einen wunderschönen Kontrast zum satten Grün der Landschaft. Damit hätte ich hier ganz ehrlich nicht gerechnet.

 

Unser erster Stopp war der Five Finger Strand. Seinen Namen verdankt er den fünf markanten Felsformationen, die aus dem Sand und dem Meer herausragen. Der Strand zählt zu den bekanntesten Naturattraktionen der Region und bietet eine beeindruckende Kulisse aus Dünen, Klippen und endlosem Atlantik.

Die Inishowen-Halbinsel ist die größte Halbinsel Irlands und gehört zu den landschaftlich reizvollsten Regionen des Landes. Raue Küsten, einsame Strände, grüne Hügel und kleine Dörfer prägen das Bild. Wer Irland von seiner ursprünglichen und wilden Seite erleben möchte, ist hier genau richtig.

Danach ging es weiter nach Malin Head, dem nördlichsten Punkt Irlands. Hier kann man wunderbar an den Klippen entlangspazieren und den Blick über den Atlantik genießen. Wir waren etwa eine Stunde unterwegs und haben die beeindruckende Küstenlandschaft auf uns wirken lassen.

 

Die Parkplätze sind hier allerdings recht begrenzt, sodass es schnell voll werden kann.

 

Unterwegs kommt man auch an den sogenannten EIRE-Schriftzügen vorbei. Diese großen Steinbuchstaben wurden während des Zweiten Weltkriegs an vielen Stellen entlang der irischen Küste angelegt, um Piloten zu zeigen, dass sie sich über dem neutralen Irland befanden. Der Schriftzug bei Malin Head ist bis heute erhalten und gehört zu den bekanntesten des Landes.

 

Malin Head wurde außerdem als Drehort für Star Wars: Die letzten Jedi bekannt. Ein Stück weiter befindet sich ein Pub, an dessen Außenwand ein großes Star-Wars-Bild an die Dreharbeiten erinnert.

Unser nächster Stopp war das Dunree Fort und Dunree Head. Leider zog gerade wieder ein Regenschauer auf, sodass wir uns die Anlage nur kurz von außen angesehen haben. 

Das Fort stammt ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert und diente lange Zeit zur Küstenverteidigung. Auch wenn wir wegen des Wetters nicht lange geblieben sind, war die Lage direkt über dem Meer trotzdem beeindruckend.

Der nächste Halt war das Grianán of Aileach. Die steinerne Ringfestung thront auf einem Hügel und zählt zu den bekanntesten historischen Stätten der Region. Besonders beeindruckend ist die Aussicht von hier oben: Man hat einen fantastischen Blick über die Inishowen-Halbinsel, die umliegenden Seen und die grüne Landschaft Donegals. Bei klarem Wetter reicht der Blick kilometerweit – definitiv ein Stopp, der sich lohnt.

Zum Essen ging es anschließend nach Ebrington, einem Stadtteil von Derry/Londonderry. Eigentlich wollten wir eine Brauerei besuchen, von der wir im Vorfeld gelesen hatten. Leider war dort kein Platz mehr frei.

Also versuchten wir unser Glück im Corner House – und das hat sich definitiv gelohnt. Das Fish and Chips war richtig gut und genau das Richtige nach einem langen Tag unterwegs.

Generell haben wir auf unserer Reise festgestellt, dass man in den Restaurants hier wirklich sehr gut essen kann. Egal ob Pub oder Restaurant – die Qualität hat uns immer wieder positiv überrascht.

Tag 8: Derry/Londonderry

Heute haben wir den ganzen Tag in Derry/Londonderry verbracht – eine wirklich wunderschöne Stadt, die uns total begeistert hat. Geparkt haben wir wieder auf dem großen Parkplatz in Ebrington, den wir ja schon vom Vortag kannten. Von dort aus geht es direkt über die Peace Bridge in die Altstadt. Schon von der Brücke aus hat man einen tollen Blick auf die Stadt und den Fluss.

 

Unser erster Stopp war die Guildhall. Schaut dort unbedingt einmal hinein! Das historische Gebäude beeindruckt vor allem mit seinen wunderschönen Buntglasfenstern und dem prachtvollen Saal im Obergeschoss. Die Guildhall wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut und zählt zu den bekanntesten Gebäuden der Stadt.

 

Anschließend ging es auf die Stadtmauer. Derry besitzt eine der am besten erhaltenen und vollständig begehbaren Stadtmauern Europas. Von hier aus kommt ihr ganz entspannt an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei und findet unterwegs immer wieder Infotafeln mit spannenden Geschichten zur Stadt und ihrer bewegten Vergangenheit.

 

Auch die St. Columb's Cathedral solltet ihr euch nicht entgehen lassen. Schon der Eingangsbereich wirkt eher wie der einer alten Burg als der einer Kirche. Im Inneren erwartet euch eine beeindruckende, schlichte Atmosphäre und viel Geschichte.

Weiter ging es über die Stadtmauer. Nach kurzer Zeit kommt ihr an der Bentleys Bar vorbei. Haltet hier unbedingt einmal kurz an und werft einen Blick auf die beeindruckenden Buntglasfenster. Sie zeigen berühmte Musiklegenden wie David Bowie, Freddie Mercury und viele weitere Pop- und Rock-Ikonen – ein echter Hingucker.

 

Kurz darauf erreicht ihr das bekannte Wandbild der Derry Girls. Bei der Vorbereitung auf unseren Urlaub bin ich zufällig auf die Serie gestoßen und habe einfach mal reingeschaut – vorher kannte ich sie überhaupt nicht. Die Comedy-Serie spielt in den 1990er-Jahren während des Nordirlandkonflikts und erzählt mit viel Humor den Alltag einer Gruppe von Schülerinnen in Derry. Sie ist inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und gehört für viele Fans zu einem Besuch der Stadt einfach dazu.

 

Nachdem wir die Stadtmauer mit einigen Zwischenstopps einmal komplett umrundet hatten, ging es wieder hinunter in die Altstadt. Unser erster Stopp dort war die Derry Craft Village. Das kleine Viertel mit seinen bunten Häusern und liebevoll gestalteten Innenhöfen ist wirklich hübsch gemacht. Hier findet ihr kleine Geschäfte mit Kunsthandwerk, regionale Produkte, gemütliche Cafés und Galerien. Die Creative Village wurde Anfang der 1990er-Jahre eröffnet, um lokales Handwerk und kreative Künstler zu fördern.

Danach ging es wieder hinaus aus der Altstadt. Wir landeten in einer Straße voller Pubs, Restaurants und Cafés, in der richtig viel los war und eine tolle Atmosphäre herrschte. 

Von dort aus ging es weiter in die Rossville Street. Hier befinden sich einige der bekanntesten Murals von Derry, die an den Nordirlandkonflikt erinnern. Die eindrucksvollen Wandgemälde erzählen von den Erlebnissen der Menschen vor Ort und machen die Geschichte der Stadt auf eine ganz besondere Weise sichtbar. Besonders bekannt ist die Rossville Street auch, weil sich hier der Schauplatz des Bloody Sunday vom 30. Januar 1972 befindet. Die Murals gelten heute als wichtige Erinnerungsorte und laden dazu ein, sich mit der bewegten Vergangenheit Derrys auseinanderzusetzen.

Anschließend ging es weiter zur St. Columb's Church. Die solltet ihr euch auf jeden Fall ansehen. Leider konnten wir sie an diesem Tag nicht von innen besichtigen, da gerade eine Beerdigung stattfand. Schon von außen ist die Kirche aber wirklich sehenswert und gehört zu den historischen Wahrzeichen der Stadt.

 

Weiter ging es zur Abercorn Terrace, ist so ganz anders als der Rest der Stadt.

 

Von dort aus ist es nur noch ein kurzer Spaziergang zu den Hands Across the Divide-Statuen. Die beiden bronzenen Figuren strecken ihre Hände zueinander aus, berühren sich aber nicht ganz. Sie stehen als Symbol für Versöhnung, Frieden und die Hoffnung auf ein Miteinander nach den Jahrzehnten des Nordirlandkonflikts und gehören zu den bekanntesten Denkmälern der Stadt.

 

Bevor wir zurück zum Parkplatz gingen, machten wir noch einen kleinen Abstecher in die Bond Street. Auch hier gibt es einige Murals, die sich mit der Geschichte des Konflikts beschäftigen – allerdings längst nicht so viele wie in der Rossville Street.

Vielleicht fällt euch auf einem der Bilder noch etwas auf: Die Bordsteine sind hier in Blau, Weiß und Rot gestrichen. Diese Farben stehen für die britische Flagge und markieren ein überwiegend unionistisch beziehungsweise loyalistisch geprägtes Viertel, dessen Bewohner sich als Teil des Vereinigten Königreichs sehen. Diese Farbmarkierungen sind in Nordirland bis heute Ausdruck der jeweiligen kulturellen und politischen Identität.

 

Der Tag war wirklich wunderschön, aber auch ganz schön anstrengend. Am Ende hatten wir nicht einmal mehr Lust, uns ein Restaurant zum Abendessen zu suchen. Stattdessen haben wir uns einfach noch etwas Leckeres im Tesco gekauft, sind zurück zu unserer Unterkunft gefahren und haben es uns am Fenster gemütlich gemacht. Mit der tollen Aussicht vor uns ließen wir den Tag ganz entspannt ausklingen.

Tag 9: Weiter Richtung Donegal

Heute ging es weiter nach Donegal. Wie so oft in Irland war aber nicht nur das Ziel spannend, sondern vor allem der Weg dorthin. Natürlich haben wir unterwegs wieder ein paar Stopps eingelegt.

 

Der Ballymastocker Strand hat uns mit seinem endlos langen Sandstrand und dem türkisblauen Wasser sofort begeistert – kaum zu glauben, dass wir immer noch in Irland sind.

 

Danach ging es weiter zum Fanad Head Lighthouse. Der Leuchtturm thront spektakulär auf den Klippen und bietet einen tollen Blick über den Atlantik. Genau der richtige Ort, um kurz anzuhalten, die Aussicht zu genießen und einfach den Moment wirken zu lassen, bevor der nächste Regenschauer kam.

Unser letzter Stopp des Tages war das Glenveagh Castle. Allerdings waren wir darauf nicht wirklich vorbereitet. Irgendwie hatten wir gedacht, man fährt einfach auf den Parkplatz, läuft ein bisschen ums Schloss und durch den berühmten Garten – tja, falsch gedacht.

Vom Besucherzentrum sind es nämlich rund 4 Kilometer bis zum Castle. Alternativ kann man auch ganz entspannt den Shuttlebus nehmen. Eigentlich kein Problem – nur war es inzwischen schon 15 Uhr und wir hatten noch einige Kilometer vor uns.

Also haben wir einen Kompromiss gemacht: Hin sind wir zu Fuß gelaufen und das hat sich absolut gelohnt. Der Weg führt wunderschön am See entlang, vorbei an unzähligen blühenden Rhododendren. Immer wieder denkt man: „Jetzt müsste das Schloss doch endlich auftauchen.“ Aber nichts da – das Castle ist so geschickt eingebettet, dass man es tatsächlich erst ganz zum Schluss zu Gesicht bekommt.

Der Garten ist wirklich traumhaft und definitiv einen Besuch wert. Zurück zum Besucherzentrum haben wir dann ganz bequem den Shuttlebus genommen – die beste Entscheidung nach dem Spaziergang.

Im Nachhinein würden wir dafür auf jeden Fall deutlich mehr Zeit einplanen. Am schönsten ist es sicher, den Weg hin und auch wieder zurück zu Fuß zu gehen, damit man die Landschaft und die besondere Atmosphäre in aller Ruhe genießen kann.

Anschließend ging es weiter nach Donegal, wo unsere nächste Unterkunft auf uns wartete. Sie war schön groß und sauber, wirkte aber insgesamt etwas in die Jahre gekommen. Dafür lag sie nur wenige Gehminuten vom Ortskern entfernt – perfekt, um am Abend noch einen kleinen Bummel zu machen.

Donegal hat uns direkt gefallen: unzählige Souvenirläden, jede Menge Pubs, Bars und Restaurants – da fällt die Entscheidung fürs Abendessen gar nicht so leicht.

Am Ende sind wir im McCafferty's Bar & Restaurant gelandet. Optisch war das wirklich ein Highlight: riesig, über mehrere Etagen verteilt und mit einer richtig gemütlichen Pub-Atmosphäre. Das Essen konnte da leider nicht ganz mithalten. Die Portionen waren zwar groß, geschmacklich gehörte es aber eher zu den schwächeren Restaurants unseres Urlaubs. 

Tag 10

Als Erstes ging es heute nach Killybegs. Hier befindet sich der größte Fischereihafen Irlands. Schon beeindruckend, die vielen großen Fischkutter und Schiffe zu sehen – da merkt man erst, welche Bedeutung die Fischerei hier hat.

 

Anschließend fuhren wir weiter nach Kilcar zur kleinen Weberei von Studio Donegal. Das war wirklich mega interessant! Man kann den Webern direkt bei der Arbeit zusehen und sogar einen Blick in den Raum werfen, in dem die Stoffe zugeschnitten und anschließend vernäht werden. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus den traditionellen Stoffen Schritt für Schritt die fertigen Produkte entstehen.

Und das Beste: Es gibt dort wunderschöne Schals, Decken und viele andere handgefertigte Sachen. Ein toller Ort, wenn man sehen möchte, wie echtes irisches Handwerk noch heute gelebt wird.

Auf dem Weg zu den Slieve League Cliffs kamen wir immer wieder an kleinen Aussichtspunkten vorbei. Eigentlich hätte man gefühlt alle paar Minuten anhalten können, denn hinter jeder Kurve wartete schon der nächste tolle Blick auf die raue Küste, die grünen Hügel und den Atlantik. Die Strecke dorthin ist fast genauso schön wie das eigentliche Ziel.

Dann erreichten wir den großen Parkplatz an den Slieve League Cliffs. Erst einmal hieß es: informieren. Von dort aus fährt nämlich auch ein Shuttlebus bis nach oben. Alternativ gibt es noch einen zweiten Parkplatz ein Stück weiter. Dort kostet das Parken 7 Euro, dafür sind es von dort aus "nur" noch etwa vier Kilometer zu Fuß bis zum Aussichtspunkt.

Für diese Variante haben wir uns entschieden. Der Weg ist komplett asphaltiert und gut zu laufen – allerdings geht es die ganze Zeit ordentlich bergauf. Anstrengend, aber gut machbar.

Die Slieve League Cliffs gehören mit fast 600 Metern zu den höchsten Meeresklippen Europas und sind sogar deutlich höher als die berühmten Cliffs of Moher. Für alle, die richtig fit sind, gibt es oben noch einen spektakulären Wanderweg bis weit hinaus auf die Klippen. Das haben wir diesmal ausgelassen. Dafür braucht man nicht nur eine gute Kondition, sondern sollte sich auch genügend Zeit nehmen und vor allem vernünftige Regenkleidung dabeihaben.

Zwischen dem ersten und zweiten Parkplatz gibt es ein Café, ein Restaurant und einen Souvenirshop. Und genau dort haben wir den besten Crumble und den leckersten Apple Pie des ganzen Urlaubs gegessen. Die kleine Pause nach dem Aufstieg war einfach perfekt.

 

Danach ging es weiter nach Ardara, wo wir noch eine weitere Weberei besucht haben. In dieser Gegend gibt es natürlich auch unzählige Schafe – irgendwo muss die Wolle ja schließlich herkommen. Es ist schon spannend zu sehen, wie viel traditionelle Handwerkskunst hier noch gelebt wird.

 

In Ardara gibt es außerdem eine kleine Whiskybrennerei. Wir sind zwar eigentlich keine großen Whiskytrinker, aber neugierig waren wir trotzdem und haben mal reingeschaut. Dort kann man auch verschiedene Whiskys probieren. Mitgenommen haben wir am Ende allerdings keine Flasche Whisky, sondern eine englische Orangenmarmelade mit Whisky. Die war mega lecker! Im Nachhinein hätten wir ruhig gleich zwei Gläser kaufen sollen.

 

Zum Abschluss des Tages sind wir noch im Restaurant eines Hotels essen gegangen. Diesmal gab es Pizza – und die war richtig lecker. Ein gelungener Abschluss für einen wunderschönen Tag.

Tag 11

Heute haben wir uns zuerst Donegal noch einmal etwas genauer angesehen. Ein wirklich hübsches Städtchen mit viel Charme. Natürlich wollten wir auch noch ein paar Souvenirs kaufen – und dafür ist Donegal einfach perfekt. Donegal hat eigentlich alles, was ein schöner irischer Ort braucht: einen Fluss, einen kleinen Hafen, von dem aus man Bootstouren unternehmen kann, ein Schloss und viele gemütliche Geschäfte und Cafés.

 

Anschließend ging es weiter zum Cliff of Magho. Die Aussicht von dort oben ist einfach fantastisch! Die Klippen liegen rund 300 Meter über dem Lough Erne und bieten bei gutem Wetter einen beeindruckenden Panoramablick über den See und die umliegende Landschaft. Eigentlich wollten wir noch den kleinen Spazierweg entlang der Klippen laufen, aber der war leider gesperrt.

 

Auf dem Weg zurück kamen wir noch an einem wunderschönen See vorbei. Besonders beeindruckend waren die alten Bäume, die komplett mit Moos bewachsen waren – fast wie in einem Märchen. Rund um den See führt ein schöner Rundweg, der zu einem entspannten Spaziergang einlädt und die ruhige Natur perfekt genießen lässt.

Von hier ging es weiter nach Enniskillen. Hier waren wir schon 2014 einmal und ich hatte den Ort richtig schön in Erinnerung. Manchmal brauche ich einfach ein bisschen Stadt, durch Geschäfte bummeln und das Leben beobachten – und dafür ist Enniskillen genau richtig.

Beim Schlendern kommt man auch an einigen schönen Kirchen vorbei. Die bekannteste ist die St. Macartin's Cathedral. Dort haben Queen Elizabeth II. und Prinz Philip ihre Diamantene Hochzeit gefeiert – irgendwie schon ein besonderer Gedanke.

Unser Lieblingsplatz war aber wieder der Buttermarket. Ein kleiner Innenhof mit vielen süßen Läden, in denen es jede Menge Handgemachtes gibt. Dazu ein richtig gemütliches Café. Wir haben uns dort die Suppe des Tages und ein superleckeres Sandwich gegönnt – genau das Richtige bei dem irischen Wetter.

Zum Abschluss sind wir noch am Wasser entlanggelaufen. Dort gibt es einen schönen Park und das Enniskillen Castle. Eigentlich der perfekte Ort, um einfach noch ein bisschen zu sitzen und die Seele baumeln zu lassen ... wenn der Regen einem nicht mal wieder einen Strich durch die Rechnung macht.

Zum Abschluss des Tages ging es noch zum Tullan Strand und zu den Fairy Bridges. Zum Glück hatte der Regen endlich einmal eine Pause eingelegt, sodass wir ein gutes Stück an der Küste entlanglaufen konnten. Nach den vielen Schauern der letzten Tage tat das richtig gut.

 

Nur wenige Minuten entfernt liegen die Fairy Bridges. Dabei handelt es sich um natürliche Felsbögen, die über Jahrtausende von Wind und Wellen geformt wurden. Der Name stammt von einer alten Legende, nach der hier einst Feen gelebt haben sollen. Von den Klippen aus hat man einen tollen Blick auf die raue Küste – ein wunderschöner Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.

Zum Abendessen hat es uns wieder nach Donegal verschlagen. Diesmal ging es zu einem Italiener, der richtig gute Bewertungen hatte – und wir wurden nicht enttäuscht. Das Essen war wirklich mega lecker und genau das Richtige nach einem langen Tag.

Direkt danach sind wir nebenan noch in einen Pub gegangen. Dort sollte es eigentlich nur Livemusik geben, aber wir hatten Glück: Neben der tollen Musik traten auch drei junge Frauen auf, die traditionellen Irish Stepptanz zeigten. Das hat richtig Spaß gemacht und für eine super Stimmung gesorgt.

Ein absolut perfekter Abschluss für einen rundum gelungenen Tag.

Tag 12

Heute ging es schon zur letzten Unterkunft – von Donegal nach Enniscrone. Zunächst führte uns die Strecke nach Mullaghmore und weiter zur Halbinsel Raghly, wo wir die beeindruckende Küstenlandschaft genießen konnten.

Unterwegs gab es wieder jede Menge zu entdecken: traumhafte Strände, ein weiteres Castle und natürlich die wunderschöne Landschaft entlang des Wild Atlantic Way. Auch auf dieser Etappe hat uns die abwechslungsreiche Natur Irlands wieder begeistert.

Anschließend machten wir Halt in Drumcliff und besichtigten das kunstvoll verzierte Hochkreuz sowie die St. Columba's Church. Das Hochkreuz zählt zu den bedeutendsten frühchristlichen Denkmälern Irlands und beeindruckt mit seinen detailreichen biblischen Darstellungen. Danach ging es noch zu einem weiteren Castle, dessen Namen wir uns leider nicht gemerkt haben. Zum Abschluss legten wir noch einen kurzen Stopp in Sligo ein. Ganz ehrlich: Die Stadt konnte uns überhaupt nicht überzeugen.

Am späten Nachmittag erreichten wir schließlich unser, das Diamond Coast Hotel in Enniscrone. Nach dem Check-in ließen wir den Tag bei einem richtig leckeren Abendessen im Hotelrestaurant ausklingen.

Danach wollten wir natürlich noch den Strand erkunden. Ich war allerdings davon ausgegangen, dass man vom Hotel aus direkt zum Strand laufen kann. Tatsächlich ist er zu Fuß nicht ganz so schnell erreichbar, deshalb sind wir das kurze Stück mit dem Auto gefahren. Dort angekommen erwartete uns ein wunderschöner, kilometerlanger Sandstrand, der sich perfekt für einen ausgedehnten Spaziergang eignet. Alternativ kann man auch den oberhalb der Küste verlaufenden Küstenweg entlanggehen und dabei die herrliche Aussicht genießen. 

Tag 13

Heute haben wir eine Tour gemacht, die wir tatsächlich schon 2014 gefahren sind – was uns bei der Planung aber überhaupt nicht bewusst war.

Unser erster Stopp war Westport. Dort haben wir damals sogar ein paar Tage verbracht, konnten uns aber ehrlich gesagt kaum noch daran erinnern. Dabei ist es ein richtig schönes Städtchen: bunte Häuser, viele kleine Läden und gemütliche Cafés – einfach herrlich zum Bummeln.

Von dort ging es weiter nach Louisburgh. Im Louisburgh 74 haben wir super lecker zu Mittag gegessen – genau die richtige Stärkung für den weiteren Tag.

Und dann kam eine Strecke, an die ich mich tatsächlich noch richtig gut erinnern konnte. Damals hatten wir allerdings strahlend blauen Himmel – dieses Mal leider nicht.

Wir fuhren über die Straße 355 durch den Nationalpark und plötzlich taucht ganz unerwartet ein wunderschöner See auf. Einfach ein traumhafter Anblick. Überall laufen Schafe herum – genau so, wie man sich Irland vorstellt. Die Straße führt ein Stück direkt am See entlang und rechts und links wachsen riesige Rhododendronbüsche. Leider waren sie dieses Mal schon fast verblüht.

Irgendwann erreicht man den Aasleagh-Wasserfall. Auch hier waren wir schon 2014. Es gibt einen kurzen Spazierweg direkt bis zum Wasserfall und selbst bei Regen war es einfach wunderschön.

Tag 14:
Als Erstes ging es heute zum Ballycroy Nationalpark. Dort wollten wir einen kurzen Rundweg über Holzbohlen durch das Moor laufen. Leider war der Weg schon nach einem kurzen Stück gesperrt. Trotzdem war es richtig spannend, durchs Moor zu spazieren. Früher wurde hier übrigens auch jede Menge Torf gestochen – ein interessanter Einblick in die Geschichte der Region.

Anschließend machten wir eine Rundfahrt über Achill Island. Unser erster Stopp war der Keel Strand, wo wir eine wunderschöne Runde am Strand gelaufen sind – einfach herrlich! Danach ging es weiter durch eine traumhafte Landschaft zu den White Cliffs of Ashleam. Schon die Fahrt dorthin war ein echtes Highlight.

Am Abend gab es im Hotel noch einmal superleckere Fish and Chips – der perfekte Abschluss des Tages. Danach schauten wir uns noch das Schwarze Schwein von Enniscrone an. Um die Skulptur rankt sich eine alte irische Legende: Ein riesiges schwarzes Wildschwein soll einst durch Irland gezogen sein und dabei tiefe Spuren in der Landschaft hinterlassen haben. Ob wahr oder nicht – solche Geschichten machen Irland einfach noch ein Stück faszinierender.

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